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Jubiläum in Eckernförde : Kampfschwimmer: Im Wasser zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die älteste Spezialeinheit der Bundeswehr feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Die Kampfschwimmer vom Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) zeigten dabei ein Einsatzszenario vor Zuschauern - mit schnellen Schlauchbooten und viel Körperkraft.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Eckernförde | Mit mehr als 40 Knoten jagt das Schlauchboot heran, ein kurzes Aufstoppen, um das Einsatzkommando abzusetzen. Wenig später tauchen die Männer wie aus dem Nichts in Ufernähe mit dem Auftrag auf, einen feindlich gesinnten Anführer dingfest zumachen und wieder zu verschwinden.

Das Szenario, das die zahlreichen Zuschauer anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Kampfschwimmer zu sehen bekamen, bot nur einen kleinen Einblick in die Welt der Elitesoldaten, die vielleicht zu Zeiten des Kalten Krieges für Sabotage in fremden Häfen vorgesehen waren. Hoch spezialisiert, gilt die Truppe inzwischen als älteste Spezialeinheit der Bundeswehr, die nicht nur im Wasser, sondern auch in der Luft und an Land ihren Auftrag zu erfüllen hat.

Sichernd geht das Einsatzkommando vor, jeder der Soldaten ist ein Spezialist, der im Zweifelsfall auch sofort einen Kameraden ersetzen kann. Dann erfolgt der Zugriff mit Festsetzung der Zielperson. Unter Beschuss erfolgt die Rückkehr zum Strand, wo das wasserstrahlgetriebene 800 PS starke Schlauchboot das Kommando wieder aufnimmt.

„Bei uns ist der Allrounder gefragt, körperliche Fitness ist dabei Voraussetzung“, beschreibt Fregattenkapitän Sven Rump, stellvertretender Kommandeur des neu aufgestellten Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) eines der wesentlichen Auswahlkriterien. Kiloschwere Ausrüstung, im Einsatzfall vielleicht noch den verletzten Kameraden auf dem Rücken, ist Körperkraft neben der Ausdauer eines der Auswahlkriterien, die viele Bewerber, darunter bislang auch vier weibliche, scheitern ließen. „Bewerber müssen sich im Wasser wohlfühlen“, weiß Rump. Der Sprung von der Bordwand, das Ablegen des Tauchgerätes, dabei mehrere Minuten ohne Atmung auskommen, birgt die größte Selektion bei Neueinsteigern. Auch sind Draufgänger nicht gefragt, sondern die Mischung aus Wille, Kameradschaft und Fähigkeit. Hoch technisiert, gehört neben der amphibischen Komponente Wissen über moderne Kommunikationsmittel, infrarotlasergesteuerte Zieleinrichtungen, Kampfmittel jeglicher Art, medizinische Selbsthilfe und nicht zuletzt Überleben in der Wildnis dazu. „Aufgrund dieser Anforderungen haben wir inzwischen auch viele Abiturienten in unseren Reihen“, erläutert Rump, während der kreisende Transporthubschrauber, aus dem bei besserem Wetter ebenfalls Kampfschwimmer verbracht worden wären, im Hintergrund zur Landung ansetzt.

Für viele der geladenen Gäste war es auch ein Treffen der Ehemaligen, die mit Neid auf die Präsentation der heutigen Ausrüstung blickten. Ob Atemgeräte, Scharfschützengewehr, elektronische Bildübertragung, oder einfach nur zweckangepasste Kleidung, vieles hat sich verbessert, und Erkenntnisse aus vergangenen Missionen im Kosovo, Atalanta oder ISAF sind dabei eingeflossen. Auf welchen Schauplätzen die Männer mit dem Sägefisch und dem Fallschirm in der Uniformspange aktuell mitmischen, wird man vielleicht in ein paar Jahren erfahren – wenn überhaupt.

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