Box Gala : Kampfrichter ernten oft nur Kopfschütteln

Mit einem linken Haken ans Kinn streckt Rädir Suleiman den BC 78-Boxer Glory Mayasi nieder. K.o.-Sieg in Runde zwei.
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Mit einem linken Haken ans Kinn streckt Rädir Suleiman den BC 78-Boxer Glory Mayasi nieder. K.o.-Sieg in Runde zwei.

Anlässlich des 35-jährigen Geburtstags des Box Clubs 78 Eckernförde gab es eine Jubiläumsgala über dreieinhalb Stunden mit Mammutprogramm, spannenden, hochklassigen Kämpfen - und einigen strittigen Entscheidungen.

shz.de von
26. November 2013, 06:20 Uhr

Eine Jubiläumsfeier der besonderen Art bekam die Eckernförder Sportwelt in der Wulfsteert-Halle geboten, denn der Box Club 78 Eckernförde feierte sein 35-jähriges Bestehen vor 300 Zuschauern mit einer aufwendigen Box-Gala. Dennoch wurde Hartmut Jessen zu seinem 30-jährigen Jubiläum als 1. Vorsitzender die Suppe nach umstrittenen Urteilen ziemlich versalzen. „Die Kämpfe waren gut, das Drumherum, bis auf die Beschallung, stimmte. Es waren auch wieder viele Zuschauer da, nur die Leistung der Kampfrichter ließ sehr zu wünschen übrig“, ist der BC 78-Chef reichlich angesäuert. Nicht zu beneiden war Ringsprecher Hans Korth (Plön), der mit den Tücken des nur sporadisch funktionierenden Mikrofons sehr zu kämpfen hatte – für alle Anwesenden eine Zumutung.

Neben dem Schirmherrn des Box-Meetings, Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel, hieß Hartmut Jessen auch Ehrenmitglied Kurt Schulz, die Ratsmitglieder Martin Klimach-Dreger und Jörg Meyer sowie den Ex-Landesminister Jost de Jager willkommen. Außerdem ehrte der BC 78-Präses Klaus Kaschke sen. und Manfred Homuth für langjährige Verdienste um den Verein.

„Der Name Hartmut Jessen ist aus dem vorbildlich geführten Box-Sportverein BC 78 gar nicht wegzudenken. Er ist der ‚Mister Boxsport‘ in Eckernförde“, sprach Bürgermeister Jörg Sibbel dem Club-Vorsitzenden seine Anerkennung aus.

Es gab unter den Augen der Ringrichter Otto Lorenzen (International, Hamburg) und Ramazan Özbey (Itzehoe) ausschließlich spannende und überwiegend intensive, aber fair geführte Kämpfe zu sehen, die allerdings von den drei Kampfrichtern häufig gewöhnungsbedürftig bewertet wurden. Sie traten in jedes sich bietende Fettnäpfchen. „Bei gleicher Qualifikation haben diese Herren stets 1:2 gegen Eckernförde entschieden. Das zeugt von wenig Fingerspitzengefühl und ist für den Boxsport kontraproduktiv. Dadurch stimmte die Atmosphäre in der Halle nicht und die Stimmung des fachkundigen Publikums war eher gedämpft“, stimmt Uli Worrach, Trainer Telekom Lübeck, dem enttäuschten BC 78-Trainerteam zu. Außerdem wurde der Kampf vom besten Eckernförder, Artur Ackermann, kurzfristig als Wettkampfsparring eingestuft, also ohne Wertung. „Ein Skandal“, ärgert sich Hartmut Jessen.

Nach den 1:2-Niederlagen von Sedat Cicek gegen Khalil El Omarie (Lübeck), Ferhat Ucak gegen Yildiz Kaan (Lübeck) und Bogdan Jakuschenko gegen Oliver Rother (Hamburg) ist es Endrit Djafa mit dem besten Kampf des Abends als einzigem Eckernförder gelungen, gegen Mohammed Bali (Plön) einen verdienten 3:0-Sieg herauszuholen. Dagegen erlitt der 15-jährige Glory Mayasi eine schwere K.o.-Niederlage gegen Rädir Suleiman (Lübeck), dessen linke Gerade das Kinn des Eckernförder traf, der Minuten lang benommen liegen blieb. Ringarzt Roland Geruschkat ordnete Einweisung ins Krankenhaus an, und es wurde von Supervisor Jens Gatzenmeier (Elmshorn) eine Wettkampfpause bis zum 22. Dezember verhängt. Nach Szenenapplaus und starker Leistung beider Kämpfer setzte sich der 14-jährige Mike Scheiermann gegen den fast einen Kopf größeren Sayan Marhan (Eilbek/HH) mit 3:0 durch. Dagegen hatte der amtierende Landesmeister im Superschwergewicht, Temur Magmudov (Telekom Lübeck) gegen Zlatko Strauch (Eilbek/HH) Mühe, sich mit 2:1 durchzusetzen. Nach mehr als dreieinhalb Stunden war die Box-Gala dann beendet.

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