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Schulprojekt zum Thema Kinderdemenz : Kampf gegen Kinderdemenz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

NCL macht Schule: Schüler der Isarnwohld-Schule informieren über Kinderdemenz / Spenden-Aktion

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 08:47 Uhr

Gettorf | Die seltene und tödlich verlaufende Kinderdemenz, Neuronale Ceroid Lipofuszinose (NCL) ist nur wenigen bekannt. Auch die Schüler der O2n der Isarnwohld-Schule hatten von dieser Erkrankung noch nichts gehört. Auf Initiative ihrer Klassen- und Biologielehrerin, Christa Höger, nahmen die Schüler an dem Projekt „NCL macht Schule“, der NCL-Stiftung teil.

Im Oktober begann die Schulklasse die Lernpartnerschaft. „Vor den Herbstferien habe ich meinen Schülern von dem Projekt erzählt und erstmal in die Runde gefragt, ob sie Interesse daran hätten“, sagt Höger. Die Kinder waren sehr interessiert und die Lehrerin setzte sich mit der Stiftung in Verbindung.

In fünf aufeinander aufbauenden Modulen lernen die Schüler anhand von NCL praxisorientiert humangenetische Grundlagen und Methoden, werden für Schicksalsschläge sensibilisiert und erhalten Einblicke in verschiedene medizinische Berufsfelder. „Das Projekt kann ich hervorragend in meinen Unterricht einbinden“, so Höger.

In einem der Module veranstaltete die Klasse eine Podiumsdiskussion. Dazu nahmen die Schüler verschiedene Rollen zu verschiedenen bioethischen Positionen ein. Darunter waren die Position der Kirche, der Krankenkassen, der Wissenschaftler und Ärzte, aber auch von Betroffenen und von Pharmakonzernen. Die Diskussion fand großen Anklang bei den Schülern und ein kontroverser Austausch entwickelte sich.

Ein weiteres Modul bestand aus der Organisation einer eigenen Informations- und Benefizveranstaltung. Die Schüler sollten ihr gelerntes Wissen weitergeben und soziales Engagement zeigen.

Bei diesem Modul wuchs das Bioprofil von Christa Höger über sich hinaus. Sie konnten 2000 Euro für die NCL-Stiftung sammeln. „Die haben sich so viel Mühe gegeben und in ihrer Freizeit und den Freistunden sehr viel Arbeit in die Vorbereitung der Tombola und der Info-Stände gesteckt“, so Christa Höger. Die Schüler bauten ihre Infostände in verschiedenen Supermärkten auf, wo sie die Menschen über die Erkrankung informierten und um Spenden warben. Außerdem fragten sie bei verschiedenen Unternehmen nach Spenden für die Tombola, sie am Tag der offenen Tür der Schule veranstalteten. Hier konnten sie 1252 Euro einnehmen.

„Es war manchmal gar nicht so einfach an die Leute heranzutreten“, berichtet eine Schülerin. Zwar waren die Menschen überwiegend freundlich, manches Mal wurden sie aber auch ziemlich schroff abgewiesen. Insgesamt stuften aber alle Schüler die Aktion als eine interessante Erfahrung ein. „Wir sind durch dieses Projekt auch als Klasse näher zusammengerückt“, erzählt eine Schülerin, die mit ihren Mitschülern tausende Lose für die Tombola händisch zusammengerollt hatte.

Den Scheck überreichte die Klasse gestern an Nanäa Mausberg, die als Vertreterin der NCL-Stiftung an die Gettorfer Schule gekommen war. „Ich bin total beeindruckt von eurem Engagement, eine Summe in der Höhe konnte noch keine Schule sammeln“, so Mausberg. Es gehe aber nicht um das Geld, sondern um die Aufklärung erklärte Mausberg weiter. Es sei wichtig die junge Generation über das Thema aufzuklären. Sie könnten eine breite Masse erreichen. Seltene Krankheiten fehle schlichtweg die Aufmerksamkeit.

Für die Schüler steht jetzt noch ein letztes Modul auf dem Programm, das ihnen einen Einblick in die Forschungspraxis gewährt. Sie werden sich mit Gendiagnostik beschäftigen. Im Schülerlabor des Naturwissenschaftlich-technischen Zentrums Hamburg führen sie selbstständig eine klassische Diagnostikmethode, die sogenannte PCR mit Proben einer fiktiven NCL-Familie durch. Aus Theorie wird Praxis.

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