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Initiative : Kampf dem Plastikmüll aus dem Meer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförde, Schwedeneck und Waabs leiten einjähriges Pilotprojekt zum Sammeln von Plastikmüll aus dem Meer in Strandmüllboxen ein.

von
erstellt am 12.Sep.2015 | 06:35 Uhr

Eckernförde | Der Plastikmüll in den Weltmeeren wird immer mehr zu einem gravierenden Problem. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr zwischen sieben und zwölf Millionen Tonnen in den Meeren landen. Die Tüten, Flaschen, Netze und Kanister bilden gigantische Müllstrudel im Wasser, werden immer mehr zerrieben und bis zur Pulverform zerkleinert. Das kann lange dauern – bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere hundert Jahre vergehen. Als kleine Partikel kann der Kunststoff schließlich nicht nur von Vögeln, Meeressäugern und Fischen, sondern sogar von Kleinstlebewesen aufgenommen werden. Das Plastik kostet jedes Jahr zehntausende Tiere das Leben – auch weil sie sich in Netzen und Seilen verfangen können – und gefährdet über die Nahrungskette auch die Menschen, denn es enthält Giftstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel. Solche Umweltgifte können wie Hormone wirken, krebserregend sein und die Fruchtbarkeit schädigen.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, beteiligen sich Eckernförde, Waabs und Schwedeneck in Zusammenarbeit mit der Abfallentsorgung Rendsburg-Eckernförde (AWR) an einem Pilotprojekt des Landesumweltministeriums zum Schutz der Ostsee. Dabei sollen extra ausgewiesene Strandmüllboxen aufgestellt werden, in die Passanten den am Strand aufgelesenen Plastikmüll entsorgen können. „Das ist nichts, um das quantitative Problem zu lösen“, sagt AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. „Aber es soll ein Bewusstsein für das Thema Plastikmüll im Meer schaffen.“

Die Müllboxen sollen in Strandnähe aufgestellt werden, damit niemand es weit zu ihnen hat. Auch werden wahrscheinlich am Hafen einige Mülltonnen platziert, denn auch an die Leute richtet sich das Projekt, die mit ihren Booten zum Angeln oder Fischen auf die Ostsee fahren und immer mal wieder eine Tüte oder alte Schnur am Haken oder im Netz haben. Sie sollen dann mit an Land genommen und gleich vor Ort entsorgt werden. Drei Müllcontainer sollen zunächst in Eckernförde am Kurstrand und zwei am Südstrand aufgestellt werden, in Schwedeneck sind es sechs und in Waabs vier. Sie sollen mit einem Logo und Informationen versehen werden. „An der Eckernförder Strandpromenade werden wir sie wegen des ansprechenderen Äußeren in kleine Holzhäuser platzieren“, so Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing Gesellschaft. Mit dem Projekt wolle er die Bürger motivieren, „mit offenen Augen am Strand spazieren zu gehen“.

Sollten die Strandmülltonnen für den Plastikmüll aus dem Meer gut angenommen werden, soll das Projekt auf das ganze Land ausgedehnt werden. Die einzige Sorge dabei: „Wenn wir feststellen müssen, dass die Strandmüllboxen zur Entsorgung des Hausmülls benutzt werden, müssen wir das Projekt einstellen“, so Ralph Hohenschurz-Schmidt. Er appelliert deshalb an die Bevölkerung, tatsächlich nur Plastikmüll aus dem Meer dort einzuwerfen. Die Strandmüllboxen werden in den kommenden Tagen aufgestellt, eine Auftaktveranstaltung wird es am Sonnabend, 19. September, in Eckernförde geben. Dann nämlich, am „International Costal Clean Up Day“ können sich die Bürger von 10 bis 13 Uhr an einer Müllsammlung am Strand beteiligen (Treffpunkt OIC). Das Ergebnis wird schließlich am Ostsee Info-Center ausgelegt. Auch Umweltminister Dr. Robert Habeck wird sich beteiligen.

Die Idee zu dem Pilotprojekt stammt aus dem Umweltministerium – mit Eckernförder Hilfe: „Joschka Knuth, der Eckernfördes Weg zur Fair-Trade-Town vorangetrieben hat, hat ein Praktikum bei Umweltminister Robert Habeck absolviert“, erklärt Ralph Hohenschurz-Schmidt, „und war derjenige, der meinte, dass man zu dem Thema mal eine Aktion ins Leben rufen könnte.“

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