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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 16:40 Uhr

Kammerphilharmonie: Abend mit Leckerbissen

vom

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Eckernförde | Das Konzert der Kammerphilharmonie Köln zog am Dienstag unzählige Freunde klassischer Leckerbissen in die Borbyer Kirche. Das Programm las sich auch teilweise wie eine Speisekarte: Die erste Hälfte des Abends gehörte Vivaldis "Le Quattro Stagioni", was keine Pizza beschreibt, sondern die bekannten und beliebten "Vier Jahreszeiten." Hatte man anfangs, augenzwinkernd, mal den Eindruck, das eine oder andere Streichinstrument hätte unter der schwülen Wärme der vergangenen Wochen vielleicht gelitten, wurde es immer besser, je länger der Abend fortschritt. Der junge Solist Anton Georg Gölle (geb. 1990) strich durch Sommerhitze und leichte Lüftchen, wirbelte durch Stürme und Gewitter, verschmolz mit den sechs Musikern um ihn herum (Sabine Könner, Violine/Gesang, Andreas Haas, Cembalo/Violine/Flöten, Philipp von Morgen, Cello, Martin Könner, Violine, Alexander Dressler, Viola, Peter Langisch, Kontrabass) zu einer Einheit. Mucksmäuschenstill war es zwischen den Sätzen, in Gedanken mitsummen konnte wohl jeder. Die Dramatik zum Schluss riss mit und trieb den Puls hoch. Renate und Werner Gehm aus Borgwedel kommen gerne in die Borbyer Kirche. "Die Konzerte hier sind fast immer nach unserem Geschmack", da waren sich beide einig. "Bisher hat es uns gut gefallen - das ist ein eindrucksvoller junger Mann", so Renate Gehm über den Solisten Gölle, der an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Mit dem lyrisch-schwelgerischen Nocturne von Peter Tschaikowsky entrückte die Kammerphilharmonie Köln mit ihrem Solisten Philipp von Morgen am Cello nach der Pause ihr Publikum endgültig - wunderschön, intensiv und melancholisch. In Johann Sebastian Bachs Suite Nr. 2 h-moll überraschte dann der bisher am Cembalo musizierende Andreas Haas als temperamentvoller, quirliger Querflötist und rührte mit Bachs traumhaften - schlicht umschrieben - gleichsam schindelartig überlappenden Takten die Herzen der Zuhörer. Als dann auch noch Geigerin Sabine Könner ihr Instrument weglegt und als Sängerin in einem wunderbar weichen und warmen Sopran zu Händels "Ombra mai fu" anhob - da war klar: dieser Abend hat sich gelohnt. Und bewiesen - Leckerbissen können eben auch musikalischer Art daher kommen, obwohl von "vegetabile" "soave" (Text "Ombra mai fu") oder eben von "Le Quattro Stagioni" die Rede war.

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