Kalte Füße, warme Herzen

Das Jugendrotkreuzorchester ließ mit seiner Musik   Erinnerungen wach werden. Foto: Flügel
Das Jugendrotkreuzorchester ließ mit seiner Musik Erinnerungen wach werden. Foto: Flügel

Jugendrotkreuzorchester wärmt Konzertbesucher in der St.-Nicolai-Kirche

shz.de von
18. Dezember 2012, 06:42 Uhr

Eckernförde | Pünktlich und genau zum abendlichen Ende des Weihnachtsmarktes begann das 17. Adventskonzert in der St.-Nicolai-Kirche. So konnte sich neben Freunden und Angehörigen der Musiker in der Kirche aufwärmen, wer trotz hochprozentiger Getränken zwar eine warme, rote Nase, jedoch Kopfsteinpflaster gekühlte Füße hatte. Die Musik des großen Jugendrotkreuzorchesters erwärmte erwartungsgemäß ab dem ersten Stück die Herzen: Jakob de Haans "Concerto d’amore" kannte sicher jeder von irgendwo her, vertraute Klänge, die einem mal als Filmmusik, mal im Radio begegnet sein können. Bei diesem Stück stellten sich sofort - wie bei jeder guten Musik - Assoziationen ein. Zu einem Schauspieler oder einem Nachbarsjungen, in den man sich mal verliebt hat; feierliche Klänge, die urplötzlich swingen - als hätte der Nachbar (leider nicht der Schauspieler) einen erhört...

Orchesterleiter Torsten Plaß kündigte an, dass es schon noch weihnachtlicher werden würde und schenkte den Zuhörern erst einmal "The second Waltz" von Dimitrij Shostakowitch in einer Bearbeitung von Jakob de Haan. Die Zuhörer mögen sich an die Zeiten erinnert haben, als es in Eckernförde noch unzählige Tanzveranstaltungen in unzähligen Hotels und Gaststätten gab, als man tanzte bis zum Morgengrauen, schüchtern den schnieken Jung oder das kecke Mädchen mit den Zöpfen im Auge behielt, sich kennen lernte, heiratete.

Im Laufe des Programms spielte sich das Orchester souverän über Bach und Mozart zu "O du Fröhliche", "Rudolph, the red-nosed Reindeer", Irving Berlin und John Lennon. Als es einmal so gar nicht harmonierte, hielt man es wie die Profis: Weitermachen! Blechbläser und Pauke wischten schließlich bei "O du Fröhliche" kleine Unsicherheiten wie ein reinigendes Gewitter vom Tisch und ließen die vielen Zuhörer den kleinen Wackelpart sofort vergessen.

Auch den letzten Song, "Happy Christmas" von John Lennon, kannte jeder. Und wieder konnte man sich der Erinnerungen nicht erwehren: Die Zeit, als man schon wusste, dass es leider keinen Weihnachtsmann gibt, in der die Weihnachtsstimmung dann aber über die Musik erzeugt werden konnte. Mit einem gemeinsam gesungenen Stück ging ein schönes Konzert zu Ende.

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