Mehrwegbecher statt Pappbecher : Kaffee im eigenen Becher

Servicekraft Nici Jakubowsky (l.) aus der Makoben-Filiale Langebrückstraße freute sich über die Kundin Maike Büchler aus Hamburg, die diesen Service gerne in Anspruch nahm.
Servicekraft Nici Jakubowsky (l.) aus der Makoben-Filiale Langebrückstraße freute sich über die Kundin Maike Büchler aus Hamburg, die diesen Service gerne in Anspruch nahm.

Die Bäckerei Makoben nimmt bei „Kaffee to go-Bechern“ eine Vorreiterrolle ein. Der Kunde darf sein privates Trinkgefäß mitbringen.

shz.de von
11. April 2018, 05:58 Uhr

Eckernförde | Die Abfallbehälter und Papierkörbe in der Stadt sind übervoll. Oft genug sind es weggeworfene „Kaffee to go“- Pappbecher und die dazugehörigen Becherdeckel, die für die Müllberge sorgen. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes trinkt der Deutsche durchschnittlich immerhin 150 Liter Kaffee im Jahr – das sind etwa zwei Tassen am Tag. Dazu gehören der Kaffeegenuss zu Hause oder im Café, aber auch der Muntermacher im Pappbecher „to go“. Diese letzte Variante wird von vielen genutzt und ergibt nach Recherchen der Münchner Utopia GmbH umgerechnet 80 Pappbecher plus Plastikdeckel, die pro Person im Jahr auf dem Müll landen.

Diese Zahl auf unsere 82 Millionen Einwohner hochgerechnet, lässt die Becherzahl samt der Deckel auf die schwindelerregende Höhe von 6 560 000 000 Becher steigen, die demnach im Jahr von Deutschen verbraucht werden. Würden diese Becher dann noch aufeinander gestapelt, entstünde ein unvorstellbar hoher Müllberg von über 590 000 Kilometern. Bei einem Äquatorumfang von rund 40 000 Kilometern könnten die Deutschen diese Becheranzahl mit Deckeln jedes Jahr etwa 14 Mal um die Erde wickeln. Und bevor wir diesen Bechermüll jetzt auch noch in gefällte Bäume umrechnen, sollte der nächste „Kaffee to go“ am besten gleich in den eigenen Thermobecher gefüllt werden.

Eine Vorreiterrolle in Eckernförde übernimmt hierbei jetzt die Stadtbäckerei Makoben – ab sofort ist in allen drei Filialen (Langebrückstraße, Hafenmeile, Riesebyer Straße) der „Kaffee to go“ auch im mitgebrachten Mehrwegbecher erhältlich.

Makoben-Inhaberin Monika Busch sagte: „Wir freuen uns über jeden, der mit seinem eigenen, wieder verwendbaren Becher zu uns kommt, um sich sein Getränk für den Weg einfüllen zu lassen“. Die Hygienevorschriften werden dabei selbstverständlich eingehalten: „Der private Kaffeebecher wird lediglich an unseren Automaten mit dem Heißgetränk befüllt und kann somit nichts verunreinigen“, betonte die Geschäftsfrau.

Die noch vorhandenen Pappbecher sollen auf Kundenwunsch weiter ausgegeben werden. Angestrebt wird allerdings, dieses Wegwerf-System gegen die umweltfreundliche Idee des Mehrwegbechers auszutauschen.

Die Idee der Verwendung eines mehrfach verwendbaren Kaffeebechers ist nicht neu: Bereits Anfang vergangenen Jahres warben Mitarbeiter der Eckernförder Touristik und Marketing GmbH (ETMG) bei den Geschäften mit Kaffeeausschank dafür, die „Eckernförder Thermobecher“ einzukaufen. Die Resonanz darauf blieb bislang überschaubar, lediglich zwei Geschäfte bieten in Eckernförde diese Mehrwegbecher an.

Bleibt zu hoffen, dass die Stadtbäckerei Makoben mit ihrem neuerlichen Vorstoß bei den Kunden auf Zuspruch stößt. Dafür sollen bei Makoben dann auch wiederverwendbare Kaffeebecher preiswert zum Kauf anboten werden.







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