Premiere : Juniorenstufe brilliert mit vergnüglichem Einakter

Begabt: Leon Krug (l.) als Diener, die Braut Emma Sinner  und Bräutigam Marvin-Mortimer Müller.
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Begabt: Leon Krug (l.) als Diener, die Braut Emma Sinner und Bräutigam Marvin-Mortimer Müller.

Die Internatsschüler feiern eine gelungene Premiere mit ihrem neuen Theaterstück. Am 10. Juni wird der Einakter erneut zu sehen sein.

shz.de von
07. Juni 2014, 06:39 Uhr

Ein vergnügliches Premieren-Erlebnis wartete am Donnerstag auf die Gäste in der Louisenlunder Kunst- und Kulturhalle. Diana Gaede, die Leiterin der Theatergilde, hatte mit ihren Élèven aus der 5. bis 8. Klasse ein köstliches Theaterstückchen vorbereitet. Es war der Einakter „Der Diener als Hypnotiseur“ („Dormez, je le veux“) von Georges Feydeau (1862-1921).

In dieser Farce kam nichts zu kurz, am wenigsten das Vergnügen. Amüsiert verfolgte man die unglaublichen Vorfälle auf der Bühne: Ein Diener (Leon Krug) kann mit leisen Handbewegungen und starrem Blick auf den Hinterkopf seines Herrn (Marvin-Mortimer Müller) diesen in Hypnose versetzen. Das funktioniert auch problemlos bei dessen Schwester (Lilya Al Mokhtari). Der neu eintreffende Diener (Patrick Bär mit herzerwärmend bayrischem Tonfall) staunt nicht schlecht: Die Herrschaften tun gehorsam alles, was der Hypnotiseur ihnen aufträgt, können sich aber nach dem erlösenden Fingerschnipps an nichts erinnern. So putzen sie, räumen auf, servieren den Dienern das Essen, holen Holz und die Post rein. Ein feines und faules Leben für die Dienerschaft.

Das droht aber je zu enden, als sich der Herr mit Heiratsplänen trägt, und der Schwiegervater (Nkem Scharschmidt) in spe mit Tochter (Emma Sinner) angereist kommt. Mit hypnotischen Kunststückchen gelingt es, der Braut und ihrem Vater zu beweisen, dass der zukünftige Ehemann und dessen Schwester ernstzunehmende Macken haben. Schließlich gilt es, die faule Dienerhaut zu retten.

Großes Entsetzen beim Besuch, es geht drunter und drüber und - im wahren Sinne des Wortes - über Tische und Bänke. Kissen fliegen, angedeutete Prügeleien nehmen ihren Lauf, Beethovenmusik begleitet lautstark den hoch dramatischen Teil der Handlung. Schließlich kann es der kleine Diener nicht mehr mit ansehen: Er petzt.

Alles kommt wieder ins ruhige Wasser, das Paar „kriegt sich“, der reiche Schwiegervater sorgt für den pekuniären Wohlstand, und der böse, böse Diener muss auf einem Kissen kniend, eine Stunde lang laut sagen: „Ich bin ein elender Schurke“. So lang warteten dann die Premierengäste aber nicht mehr.

Ein überzeugender Leon Krug, ein mutterwitziger Patrick Bär, eine zuckersüße Emma-Sinner-Braut, ein gediegener Marvin-Mortimer Müller, der einem als verschaukelter Herr nur leid tun konnte. Ein witziges Stück mit mutigen und begabten jungen Schauspielern: Sprachwitz, hohe Aktionsgeschwindigkeit, jugendliche Spielfreude von der ersten bis zur letzten Minute.



>Nächste Aufführung am 10. Juni ab 19.30 Uhr in der Kunst- und Kulturhalle. Eintritt frei

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