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Neue Jugendtrainer : Junior Coach: Damit der Ball weiter rollt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der DFB möchte fußballbegeisterte Schüler an den Schulen zu Nachwuchstrainern ausbilden – die Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde ist dabei.

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erstellt am 07.Dez.2013 | 06:23 Uhr

Fußball ist und bleibt Volkssport Nummer eins. Aber die Vereine und Verbände bis hin zum DFB müssen sich mächtig strecken, damit das auch in 10 bis 15 Jahren der Fall ist. Schon jetzt beklagen die Vereine fehlenden Nachwuchs und vor allem auch fehlende Trainer, die den Kindern und Jugendlichen den Spaß am Kicken vermitteln können. „Nicht einmal 20 Prozent unserer Jugendtrainer verfügen über eine Übungsleiterlizenz“, sagt Gerhard Schröder, Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV), „über 80 Prozent sind Autodidakten“. Der in Osterby lebende B-Lizenzinhaber und frühere Trainer des Rendsburger TSV, TSV Kropp und Eckernförder SV weiß um die Gefahr verwaister Sportplätze und möchte mit einer vom DFB gesteuerten Qualitätsoffensive im Schulbereich junge, fußballinteressierte Menschen an die Trainertätigkeit im Kinder- und Jugendbereich heranführen. Der pensionierte Realschullehrer ist Mitglied in der DFB-Schulfußballkommission, die in einem Pilotprojekt bundesweit an 52 Schulen die Ausbildung zum Junior Coach anbietet und begleitet. In Schleswig-Holstein nehmen zwei Schulen teil: eine in Burg/ Dithmarschen und die Grund- und Gemeinschaftsschule Eckernförde am Pferdemarkt, an der Gerhard Schröder viele Jahre lang als Lehrer und Konrektor gearbeitet hat. Mit der Isarnwohld Schule in Gettorf und dem Humboldt-Gymnasium in Neumünster haben zwei weitere Schule Interesse signalisiert.

Ziel des DFB und der Landesfußballverbände ist es, den Trainernachwuchs an der Basis zu sichten und in einem Lehrgang von 40 Lerneinheiten an der Schule auszubilden. Im Fall der Grund- und Gemeinschaftsschule in Eckernförde findet diese Ausbildung vom 3. bis 7. Februar 2014 täglich von 8 bis 17 Uhr im Rahmen der Projektwoche unter Leitung des DFB-Stützpunkttrainer und B-Lizenzinhabers Jörg Ballert statt. Bislang haben sich in Eckernförde 16 „fußballaffine“ Schüler eingetragen, überraschenderweise deutlich mehr Mädchen (12) als Jungen (4). Die zertifizierten Junior Coaches sollen dann an ihrer oder auch anderen Schulen Fußball-AGs, aktive Pausen oder Projektwochen anbieten. Darüber hinaus sind die jungen Trainer auch für die Nachwuchsarbeit in den Vereinen prädestiniert. Und sie können die weiteren Ausbildungswege beim SHFV und DFB nutzen, wobei die 40-stündige Grundausbildung in der Schule angerechnet wird. Die Junior Coaches haben es somit nicht mehr ganz so weit bis zum Trainer C-Breitenfußball (120 Lerneinheiten inklusive Prüfung) und Trainer C-Leistungsfußball (120 Lerneinheiten zuzüglich 20 Lerneinheiten Prüfung) und zur Übernahme von Jugend- und Amateurmannschaft bis hoch zur Schleswig-Holstein-Liga. Die Fußballclubs, da ist sich Gerd Schröder sicher, „werden sich um die jungen Trainer reißen“. Ihm schwebt daher perspektivisch eine Ausweitung der Trainerausbildung in den Schulen vor: Nach der ersten Ausbildungsrunde an 52 Schulen mit jeweils rund 20 Teilnehmern, könnten auf seiner Berechnungsgrundlage bei wachsendem Interesse der Schulen bis 2017 bundesweit rund 11 000 Junior Coaches ausgebildet werden – ein großer Schritt in die Qualitätssteigerung im Jugendfußball.

Der DFB und die Schulen setzen sogenannte „Kümmerer“ ein, die dafür sorgen, dass das Projekt läuft und die teilnehmenden Schüler auch nach dem Lehrgang in den Schulen und Vereinen unterstützt werden. Seitens des Kreisfußballverbandes Rendsburg-Eckernförde übernimmt die Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses, Marina Burath aus Groß Wittensee, diese Aufgabe. Die „Kümmerer“ an der Grund- und Gemeinschaftsschule sind die Realschullehrer Annette Grütter und Matthias Daniel. Bei einem Runden Tisch Anfang 2014 sollen zwischen Schulen, Vereinen und Verbänden alle Details besprochen werden.

Für die Jugendlichen sieht Mitinitiator Gerhard Schröder neben der Möglichkeit einer kostenlosen Ausbildung zum Junior Coach auch einen Zugewinn in der Sozialkompetenz sowie eine positive Auswirkung für das Zeugnis: Denn laut Beschluss der Kultusministerkonferenz soll dieser Einsatz ins Abiturzeugnis eingetragen werden. Schröder geht fest davon aus, dass das gleichfalls auch für das Abschlusszeugnis einer Regional- oder Gemeinschaftsschule gilt.

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