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Religion : Jungmannschüler entdecken Orient im Hohen Norden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die 7c der Jungmannschule besucht mit Geographielehrerin Martina Dielentheis die größte Moschee Norddeutschlands

von
erstellt am 23.Sep.2013 | 06:17 Uhr

Wer mit löchrigen Socken kam, für den wurde der Vormittag möglicherweise unangenehm, denn vor dem Betreten der Rendsburger Moschee mussten alle, sowohl Schüler als auch Lehrer, die Schuhe ausziehen. Zum Gebet in der Moschee erscheint ein Muslim gewaschen und in sauberer Kleidung, ähnlich wie zu einem Vorstellungsgespräch, erklärte Hatice Ötztürk. Die Rendsburger Krankenschwester mit türkischen Wurzeln hatte sich extra freigenommen, um die Eckernförder Jungmannschüler der 7c durch die Centrum-Moschee zu führen. Zu diesem Anlass trug die sehr gepflegt wirkende Hatice ein rosa Seidenkopftuch und eine bestickte Abaya, die sie von ihrer Pilgerfahrt nach Mekka im vergangenen Jahr mitgebracht hatte. Einmal im Leben nach Mekka zu reisen gehört ebenso zu den Pflichten gläubiger Muslime wie das Spenden von Almosen, das Fasten an Ramadan, das tägliche Beten und das Glaubensbekenntnis. Auch sonst erfuhren die Schüler an diesem Vormittag viel über den Islam. Vom Senegal bis nach Indonesien bildet die Religion ein einigendes Band. Die Mehrheit der Bevölkerung dieser Länder betet fünfmal am Tag zu fest gesetzten Zeiten.

Auch in Rendsburg ruft der Muezzin durch das Mikrofon zum Gebet. Warum aber gibt es ausgerechnet in Rendsburg eine Moschee, wollten die Schüler wissen und erfuhren, dass in Rendsburg, wie in vielen anderen deutschen Städten in den 1960er Jahren Menschen aus der Türkei angeworben wurden, da es im damaligen Wirtschaftswunderland Deutschland nicht genug Industriearbeiter gab. In Rendsburg war unter anderem die Ahlmann-Carlshütte ein wichtiger Arbeitgeber.

Beim Betreten der osmanischen Moschee bot sich den Jungmannschülern ein Bild wie aus tausendundeiner Nacht: Der Gebetsraum ist mit ornamentalen, farbenfrohen Fliesen aus der Türkei und handgemalten Koran-Versen verziert. Der farblich abgestimmte Teppich lenkt mit seinen orientalischen Ornamenten den Blick gen Mekka. In Rendsburg ist die Moschee aber nicht nur Gebetsort sondern auch Treffpunkt der Islamischen Gemeinde. Hier treffen sich Mädchen und Jungen in getrennten Räumen in Jugendgruppen und Frauen zum Gesprächskreis, parallel zu unserer Gesellschaft.

Die Eckernförder Schüler zögerten nicht, auch kontrovers diskutierte Fragen anzusprechen. Hatice antwortete auf die Frage, wie sie zu dem Burkini, einem den ganzen Körper bedeckenden Badeanzug, stehe, dass sie dies für eine gute Möglichkeit halte, muslimischen Frauen das Schwimmen zu ermöglichen. Auch zu der Frage, ob sie sich ihren Ehemann selbst ausgesucht habe, nahm sie schmunzelnd Stellung: Auch muslimischen Frauen hätten sehr wohl das Recht einem Ehemann zuzustimmen oder ihn abzulehnen, die Familie habe aber ebenfalls ein Mitspracherecht bei der Partnerwahl.





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