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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 11:25 Uhr

Jungfernrede und langer Atem

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 14.Feb.2014 | 11:19 Uhr

Für seine Jungfernrede hätte sich der nachgerückte Ratsherr des Bürger-Forums, Torsten Peuster, wahrlich ein weniger brisantes Thema aussuchen können. Aber der Tauchlehrer scheint mit Drucksituationen gut umgehen zu können – zumindest unter Wasser. An Land und am Rednerpult der Ratsversammlung sieht die Sache schon anders aus.

Peusters Selbstvertrauen in allen Ehren, aber das Fass „Bürgerpark und Reinhard Jentzsch“ nach den Zerwürfnissen aus der Aktuellen Stunde vom 10. Dezember 2013 erneut aufzumachen, mit dem Ziel, den Gescholtenen als wohlmeinenden Gutmenschen und vollkommen zu Unrecht angegriffenen Ratspolitiker zu proklamieren, musste scheitern. Nicht wegen der von Peuster recherchierten vertraglichen Pflichten und Rechte von Stadt und Kreis in Sachen Bürgerpark, die brachten durchaus Erkenntnisgewinn. Was den Puls der Ratsmitglieder in die Höhe trieb, war Peusters Versuch, Jentzschs Fehlverhalten und Vertrauensbruch zu rechtfertigen. Er hat nun einmal beim Bürgerpark-Deal seine vorhandene Befangenheit lange hartnäckig bestritten und seinen Ratskollegen in nicht-öffentlicher Sitzung versichert, den Bürgerpark noch nicht erworben zu haben, obwohl er ihn schon Tage vorher für 3000 Euro gekauft hatte. „Hintergangen“ fühle er sich, sagte Daniel Günther (CDU) und Martin Klimach-Dreger (SPD) sieht sich „getäuscht, an dieser Stelle ist das Vertrauen erschüttert“.

Jentzsch selbst oder das Bürger-Forum haben nun bis zur nächsten Ratsversammlung am 27. März Zeit, den Posten des 3. Stadtrats freiwillig zu räumen. Damit kämen sie einem Abberufungsverfahren zuvor, dass die CDU mit großer Wahrscheinlichkeit beantragen wird, sollte keine Reaktion erfolgen. Stimmenmehrheit reicht, 14 der 27 Ratsmitglieder müssten dafür stimmen – CDU und SPD haben zusammen 15 Sitze.

Viel Ärger und Aufwand für alle Beteiligten, der Kraft und Nerven kostet und das Klima vergiftet, die Stadt aber keinen Schritt voranbringt.

Wer mit der Bahn verhandelt, braucht neben guten Nerven auch einen langen Atem. Ein vier Monate später vorliegendes Wertgutachten für den Bahnhof ist noch vergleichsweise harmlos. Jetzt ist aber Bewegung in die Sache gekommen: die Bahn kriegt ihre Stellwerksprobleme in Lindaunis in den Griff und kommt im neuen Eckernförder Kino-Bahnhof mit 300 Quadratmetern aus. Wenn jetzt der Preis stimmt, die Gremien grünes Licht geben und der Investor und Kinobetreiber mitspielt, kann das von vielen Hoffnungen getragene Kino-Projekt am Bahnhof endlich beginnen.

Für die 10. Auflage von Green Screen 2016 dürfte dieser Aufschlag zu spät kommen.

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