Junger Nachwuchs für die Beliebung

Die neuen Mitglieder der Beliebung mit Ehren-Ältermann Arnold Metzger (2. v. l.), Ältermann Klaus-Peter Holst (2. v. r.) und Beisitzer Peter Reimer(r.): (v.l.) Werner Pötzsch, Frank Mönch, Thilo Achtenberg, Jan Ole Hoffmann, Torben Schlegel und Maik Pogrzeba.
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Die neuen Mitglieder der Beliebung mit Ehren-Ältermann Arnold Metzger (2. v. l.), Ältermann Klaus-Peter Holst (2. v. r.) und Beisitzer Peter Reimer(r.): (v.l.) Werner Pötzsch, Frank Mönch, Thilo Achtenberg, Jan Ole Hoffmann, Torben Schlegel und Maik Pogrzeba.

Jung und trotzdem traditionsbewusst: Vier junge Männer haben die Aufnahmezeremonie der Gilde bestanden

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30. Mai 2018, 14:58 Uhr

Die Eckernförder Beliebung von 1629 ist auch für junge Menschen interessant. Gestern Abend wurden gleich vier junge Gildebrüder aufgenommen: Torben Schlegel, Jan Ole Hoffmann, Maik Pogrzeba und Thilo Achtenberg. Die weiteren neuen Mitglieder, die die traditionelle Aufnahmeprozedur mit kräftigem Zug bravourös überstanden hatten, sind Frank Mönch und Werner Pötzsch, die etwas älteren Datums sind.

Der Jüngste im Kreis der Eckernförder Beliebung ist ab sofort Torben Schlegel, der vor kurzem 16 Jahre alt geworden ist. Warum in die Gilde? „Ich möchte dazu beitragen, dass die Traditionen bewahrt werden“. Bereits vor einem Jahr sei er schon der Borbyer Gilde beigetreten. Jan Ole Hoffmann ist mit 21 Jahren der Zweitjüngste. Der Zimmermann-Azubi, leidenschaftlicher Theaterschauspieler und Kraftsportler („BalteckBars“) ist über seinen Großonkel Otto Schlotfeldt zunächst vor zwei Jahren an die Plattdüütsch Gill und jetzt an die Beliebung geraten. Beides Gemeinschaften, in denen die Tradition gepflegt werden, und von denen er lernen möchte. „Tradition ist nichts Altbackenes, ebenso wenig wie Gemeinschaft und Freundschaft“, die er in den Gilden zu finden hofft.

Die spektakuläre Aufnahmezeremonie ist der Höhepunkt der Gildefeier der Beliebung. Die Kandidaten müssen einen mit einem halben Liter Malzbier gefüllten Pokal in einem Zug, ohne abzusetzen, austrinken. Dazu schwingt der Ältermann, Klaus-Peter Holst, einen beweglichen Wimpel und alle spornen die Männer an: „He schafft dat!“, die Skeptiker rufen „He schafft dat nich!“, natürlich nur, um ihn zusätzlich zu motivieren und sie eines Besseren zu belehren. Mit Kerstin Seemann und Madlen Eicke traten auch zwei Frauen der Gilde bei, allerdings ohne Zeremoniell – die Generalversammlung ist und bleibt Männersache. Erst beim folgenden Essen sind auch die Damen eingeladen.

Ältermann Klaus-Peter Holst begrüßte im Saal 71 des Mango’s neben den Gildemitgliedern auch zahlreiche Ehrengäste sowie die Abordnungen der drei weiteren Eckernförder Gilden. Das eine oder andere sei in der Ratsversammlung nicht so gut gelaufen, „vielleicht können wir uns da eine Scheibe bei den Gilden abschneiden“, sagte Bürgervorsteherin Karin Himstedt. Auch der scheidende Kreispräsident Lutz Clefsen lobte die Gemeinschaft der Gilden, „die ist in Eckernförde Spitze“. Kasernenkommandant Michael Blunck überbrachte „die Grüße der Majestät Ufermann aus dem Königreich Nord“.

Der Vorsitzende der Borbyer Gilde, Lorenz Marckwardt, dankte der Beliebung für die Unterstützung des Kinderfestes und freute sich angesichts des jüngsten Königs der Borbyer Gilde – Patrick Mambrey ist 28 –, über „junges Blut“ in den eigenen Reihen. Peter Büchert, Vorsitzender der Bürgerschützengilde von 1570, sagte, dass auch die Gemeinschaft in der ältesten Gilde Eckernfördes neben der Traditionspflege für neue, junge Ideen und Mitglieder offen sei. Heiko Gauert, Baas der Plattdüütsch Gill, erinnerte an die wüsten Zeiten im 17. Jahrhundert mit der Pest und dem Dreißigjährigen Krieg, der „deutschen Urkatastrophe“, dem ein Drittel der Einwohner zum Opfer gefallen sei, und zitierte abschließend aus einem frei auf plattdeutsch übersetzten Paulus-Brief an die Ganather, der bereits den Wahlspruch der Beliebung „Fahre fort, einer trage des anderen Last“, beinhaltete.

Arnold Metzger, Lorenz Marckwardt und der neue Öllermann der Borbyer Gilde, Gerd Neve, bereicherten die Versammlung mit launigen Sprüchen und Anekdoten und Kassenwart Otto Schlotfeldt informierte über eine Zinsgutschrift von immerhin zwei Euro auf die Rücklage der Beliebung.

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