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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 21:47 Uhr

Junge Streicher in harmonischem Einklang

vom

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

ALtenhof | Mit "viola concertante" fand die Reihe von drei Sommerkonzerten im Kuhhaus Altenhof einen wunderbaren Ausklang. So stand auch am Donnerstagabend - im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals - Hochkarätiges auf dem Programm: Bratschistin Tabea Zimmermann spielte gemeinsam mit den jungen Streichern des Armida Quartetts Werke von Beethoven und Dvoràk, sowie den beiden Briten Frank Bridge und George Benjamin.

Zum Auftakt gab es zunächst Ludwig van Beethovens Streichquartett B-Dur op. 18 Nr. 6. Das Armida Quartett zeigte - noch ohne Tabea Zimmermann -, wie schlackenrein und mit wie viel Esprit, Begeisterung, Freude sie ihre Instrumente zum Klingen bringen. Martin Funda (1. Violine), Johanna Staemmler (2. Violine), Peter-Philipp Staemmler (Violoncello) interpretierten diese Musik voll überschäumender, fast tänzerischer Motive ebenso delikat wie sie auch die leisen Passagen einfühlsam spielten - zart Nebelhaftes, Spitzenfeines. Der 2. Satz voll schmelzender Süße, sinnlich - besinnlich, vier Instrumente im harmonischen Ein-Klang. Die vierte im Bunde der so mitreißenden Streicher ist Teresa Schwamm. Sie spielt nicht nur die Viola (Bratsche), sondern sie lebt die Musik. Ganzkörpermusik: Wer die Bratscherin sah, wird sicherlich ihrer schwingenden Bewegung, ihrem ansteckend glückseligen Lächeln, ihren leise tanzenden Füße gebannt gefolgt sein. Ihr häufiger Blickkontakt zu den Mitspielern hielt das Quartett zudem optisch zusammen.

Und dann mit Frank Bridge (1879-1941) war alles ganz anders: Tabea Zimmermann, die große Meisterin der Viola, Professorin in Berlin, die erfolgreiche und gefeierte, internationale Solistin kam auf die Bühne, an ihrer Seite Teresa Schwamm. Bridges "Lament" für zwei Bratschen verführte zum Staunen. Wie konnten lediglich zwei Instrumente so viel Klangfülle erreichen? Der dunkle, weiche Klang der Bratschen, gepaart mit atemberaubenden Doppelgriffen, ließ häufig die akustische Illusion von mehreren Instrumenten entstehen. Zauberwerk.

Tabea Zimmermann - zwischen spitzbübischem Augenzwinkern und "grande dame" - behandelt ihr Instrument - wie ein kostbares Heiligtum: Ihr Gesicht, ihre Körpersprache im tiefernsten Spiel zu erleben, ist für alle, die es sahen, ein unvergesslicher Genuss. Ihre Gabe, die Viola klingen zu lassen, krönt alle Meisterwerke großer Komponisten. Wesentlicher Bestandteil ihres Schaffens sei die Aufführung zeitgenössischer Werke, so war zu lesen. Folgerichtig kam nach der Pause auch eine Komposition von George Benjamin (1960*).

"Viola Viola für zwei Violen", angekündigt mit "Orchestrale Tiefe, klangliche Vielfalt". Auch hier stellten Tabea Zimmermann und Teresa Schwamm klar, was zwei Könner mit zwei Bratschen alles machen können. Pizzicati, Flageoletts, abrupte Pausenabstürze, Zweiklang, Vielklang (häufige Doppel - und Dreifachgriffe) - durch die stete Verstrickung von Motiven, Tempi, Dynamik entstand auch hier der Eindruck - bei geschlossenen Augen - es stünden weit mehr Instrumentalisten auf der Bühne …

Schließlich erklang das Streichquintett Es-Dur op. 97 von Antonin Dvoràk - mit Tabea Zimmermann im Bunde. Zwischen malerischer Weite und rauschenden Festen, Indianertrommeln und ausgelassener Fröhlichkeit erblühte Wohlklang im emotionalen Rundumerlebnis.

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