zur Navigation springen

Pro Europa : Junge Menschen sollen für ein freies Europa kämpfen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vortragsabend des Rotary Clubs zum Thema Europa / Europaabgeordnete Ulrike Rodust zu Gast im Mango’s

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 06:13 Uhr

Eckernförde | Spätestens seit den Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist deutlich geworden, dass die Idee eines freien Europas in Gefahr ist. Auch der Rotary Club unter Leitung von Dr. Steffen Oehme verfolgt die Entwicklungen aufmerksam. Zu ihrem wöchentlichen Treffen im Mango’s hatten die Rotarier deshalb die Europaabgeordnete Ulrike Rodust (SPD) eingeladen. „Die Europapolitik befindet sich aktuell überall in der Diskussion. Wir freuen uns sehr, diese Referentin für einen Vortrag gewonnen zu haben“, so Steffen Oehme.

Auch die befreundeten Clubs wie der Rotary Club Eckernförde-Dänischer Wohld, Rotaract, Interact und der Lions Club nahmen mit zahlreichen Mitgliedern an der Versammlung teil. „Zu besonderen Veranstaltungen lädt man sich gerne gegenseitig ein“, so Jutta Johannsen, die vor elf Jahren maßgeblich an der Gründung des Rotary Clubs Eckernförde-Dänischer Wohld beteiligt war. Die Zusammenarbeit mit dem Patenclub sei nach wie vor sehr lebendig, sagte sie.

Unter dem Titel „Hat Europa noch eine Zukunft?“ berichtete Ulrike Rodust über eine Stunde lang von der nicht immer ganz einfachen Arbeit im Europäischen Parlament, der Notwendigkeit unpopulärer Entscheidungen und den Gefahren für die Europäische Union. Beschönigen wollte sie die Situation nicht. „Europa befindet sich in der Krise“, stellte sie bereits eingangs fest. Als mögliche Ursachen nannte sie die negative Stimmung in der Bevölkerung. „Die Schere zwischen Arm und Reich wird gefühlt immer größer“, sagte Ulrike Rodust. Vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit führe dazu, dass sich viele Menschen als Globalisierungsverlierer fühlen. „Die Zukunftsängste führen dazu, dass Mauern auf- statt abgebaut werden“, so die Europaabgeordnete, die bereits 1977 in die SPD eingetreten ist und unter anderem viele Jahre im Landtag in Kiel tätig war.

Das Parlament in Brüssel werde fortlaufend mit den Vorwürfen konfrontiert, zu bürokratisch zu arbeiten und generell viel zu weit von den Menschen vor Ort entfernt zu sein. „Doch die Parteien und Personen, die gegen ein soziales Europa Stimmung machen, haben zwar für alles einen Sündenbock, aber keine Lösungen für konkrete Probleme“, betonte sie. Politik sei komplex und facettenreich – weshalb die vermeintlich einfachen Alternativen, wie sie zum Beispiel von Marine Le Pen propagiert werden, immer zu kurz greifen. „Und nur, weil sie dieses Mal nicht gewonnen hat, heißt das nicht, dass das bei der nächsten Wahl in Frankreich nicht möglich ist“, warnte Ulrike Rodust. Verglichen mit diesem Szenario handle es sich bei der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten und dem Brexit um Peanuts, sagte sie.

In der anschließenden Diskussion wies sie immer wieder mit Nachdruck auf die wichtige Rolle der jungen Europäer hin. „Aufgeschlossenheit allein ist nicht ausreichend. Den jungen Menschen muss klar werden, dass es um ihre Freiheit geht“, so Ulrike Rodust. Engagement und Wahlbereitschaft seien wichtig. Nur dann könne Europa vor den Herausforderungen der heutigen Zeit bestehen, so die Europaabgeordnete, deren Hauptarbeitsgebiet in Brüssel die Fischereipolitik ist.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen