Junge Crew geht auf große Fahrt

Vorfreude auf die Regattafahrt: Anne Freiberg sowie  Christoph, Sebastian und Andreas Tiedzsch stachen gestern in Fleckeby in See.Markus Jessen stößt in Helsinki zur Crew
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Vorfreude auf die Regattafahrt: Anne Freiberg sowie Christoph, Sebastian und Andreas Tiedzsch stachen gestern in Fleckeby in See.Markus Jessen stößt in Helsinki zur Crew

Eine Crew des Wassersportvereins Fleckeby startet beim Tall Boat Race von Aarhus nach Stettin

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02. Juli 2013, 11:07 Uhr

Fleckeby | Gestern stach die "Milan" in See - ihr Ziel: Aarhus. Dort nimmt das Schiff der Klasse Nauticat 39 Sloop an dem Tall Ship Race nach Stettin teil. Skipper der fünfköpfigen Crew ist der Koseler Andreas Tiedzsch (55). Die weiteren Besatzungsmitglieder sind seine beiden Söhne Christoph (20) und Sebastian (15) sowie Anne Freiberg (18) aus Fleckeby und Tinka Berndt (24). Die Hamburgerin wird in Aarhus zur Crew dazustoßen. Ein junges Team, aber so soll es bei der Regattafahrt auch sein. "Ziel der Veranstaltung ist es, junge Menschen an das Segeln heranzuführen", sagt Tiedzsch. Seine Söhne zählen aber trotz ihres jungen Alters schon zu erfahrenen Seglern. Christoph wird daher auch in Helsinki von Bord gehen, um an der Katamaran-Weltmeisterschaft teilzunehmen und Sebastian ist begeisterter Hobie-Cat-Segler. Da sind die beiden schon mal mit bis zu 20 Knoten auf dem Wasser unterwegs. Kein Vergleich mit den rund acht Knoten, mit denen die "Milan" gemächlich über die Ostsee fahren wird. Auch die 18 Jahre alte Anne Freiberg ist bereits seit frühester Kindheit leidenschaftliche Seglerin.

"In Aarhus ist der Sammelpunkt für alle teilnehmenden Schiffe", sagt Andreas Tiedzsch. Rund 150 Schiffe gehen in unterschiedlichen Klassen an den Start, darunter die "Mir", die "Krusenstern" und die "Alexander von Humboldt II". Voraussetzung für die Teilnahme an dem Wettbewerb ist eine Länge von mindestens 9,15 Meter Wasserlinie. Die 16 Jahre alte "Milan" bringt es auf 9,80 Meter, insgesamt misst das neun Tonnen schwere Schiff knapp zwölf Meter.

Eine Reihe von Untersuchungen müssen sich Crew und Schiff vor dem Start stellen. Verschiedene Sicherheitsstandards werden überprüft, der Funk für alle Teilnehmer vereinheitlicht und die Regeln erläutert. Am 9. Juli wird die Fahrt dann am Kreidefelsen der Insel Mön gestartet. Fünf, sechs Tage werden sie für die Etappe nach Helsinki brauchen.

Im vergangenen Jahr hat Andreas Tietdzsch für ein gemeinsames Team der Bundeswehr und der Jade-Hochschule für Nautiker in Elsfleth das Tall Ship Race auf der Strecke Spanien-Irland gesegelt. "Ein einmaliges Erlebnis", erinnert er sich gerne zurück. Jetzt ist der Koseler im Ruhestand und will das Segeln weiter intensivieren. "Vielleicht eine Weltreise", sagt er.

Doch vorerst will er mit seiner Crew von Aarhus nach Helsinki segeln. Doch gehen die vier Besatzungsmitglieder von Bord und werden durch Markus Jessen, den Jugendwart beim Wassersportverein Fleckeby, Ole Jansen (15) und Jürgen Husemann (57), ausgetauscht. Am 20. Juli geht es dann wieder raus in Richtung Riga. Ziel ist die Insel Kuresaare. Anschließend wird die Regatta-Fahrt fortgesetzt, Ziel ist die polnische Hafenstadt Stettin.

In seine Crew hat Andreas Tiedzsch Vertrauen. Man werde sich schon zusammenraufen. Trotz ihrer jungen Jahre werden sie viel Verantwortung übernehmen müssen. Nach vier Stunden Schlaf folgen vier Stunden Wache an Bord der "Milan". "Auf See gibt es keinen ADAC", sagt Tiedzsch. Mit allen Probleme müsse die Besatzung selber klarkommen und sich helfen. Auch trotz seiner langjährigen Erfahrung sagt der Skipper: "Bei jeder Fahrt lernt man dazu." Wind, Wellen und die Crew seien anders, darauf müsse man sich immer wieder neu einstellen.

"Ich freue mich auf die Veranstaltungen", sagte Anne Freiberg gestern kurz vor dem Start, ebenso auf die Aktionen an Land mit den vielen anderen Nationen. Vor der langen Strecke, habe sie natürlich Respekt, so Freiberg über das Großsegler-Ereignis

Für Andreas Tiedzsch ist das Segeln immer ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Vor allem der Kontakt zu den Seglern anderer Nationen habe ihn immer begeistert. Zu vielen Besatzungen anderer Nationen, vor allem aus dem baltischen Raum, pflege er gute Kontakte, berichtet er. "Als Seemann bist du immer Ausländer", betont Tiedzsch.

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