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Mühlenbilanz : Junge Besucher entdecken die Mühle

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Verein für Chronik- und Museumsarbeit Rieseby blickt auf ein stürmisches Jahr 2013 mit weniger Besuchern zurück. Organisierte Busgruppen blieben aus, dafür besuchten Klassen und Gruppen aus Schule und Kindertagesstätten die Mühle.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Rieseby | „Arbeit gibt es überall“, sagt Karl-Heinz Lappöhn, und lässt seinen Blick über die Mühle Anna, den Göpelschuppen, die Alte Sägerei und die Remise schweifen. Seit März ist er neuer Vorsitzender des Vereins für Chronik- und Museum Rieseby. Sein Rückblick auf das Mühlenjahr 2013 fällt positiv aus.

2881 Besucher zählten die Mitglieder bei Veranstaltungen und vor allem Führungen durch die Gebäude und Anlagen. 2012 hatte man rund 1000 Besucher mehr gezählt. Besucherhöhepunkt war der Deutsche Mühlentag am Pfingstmontag. 1315 Besucher kamen zur Mühle und genossen das Landleben. Die Holländer Galeriemühle in Norby war das Ziel von Groß und Klein. 25 Trauungen fanden im Ambiente der Mühle statt, „ich finde das sehr gut“, sagte Lappöhn. Das seien zwar nicht die über 50, die es vor vielen Jahren waren, aber da gab es auch noch keine so attraktiven anderen Trauungsplätze, wie jetzt.

Besonders froh war Lappöhn über den regen Besuch so vieler Gruppen und Klassen aus Kindertagesstätten und der Schleischule Rieseby an der Mühle. Das gab es früher kaum. Um so mehr freuten sich die Mühlenfreunde, dass sie den Kindern spannende Geschichten anhand von Ausstellungsstücken über das Leben früher erzählen konnten. Die Kinder gingen auf Entdeckungstour und seien sehr interessiert gewesen, so sein Eindruck. Über die Kinder, so die Hoffnung der Mühlenfreunde, hoffe man auch die Eltern für die Mühle zu interessieren. Generell werde Werbung für die Mühle groß geschrieben. Ob über das Internet, hier dankt der Mühlenverein dem Mühlenatelier für die Unterstützung, oder über die Präsenz in Urlaubsbroschüren der Ostseefjord-Schlei GmbH, man müsse überregional zu finde sein.

Nahezu eingebrochen war der Besuch der Mühle durch angemeldete Busreisegruppen. Im Vorjahr waren das noch 24. Das habe natürlich Besucherzahlen gekostet, so Lappöhn. Über die Gründe könne er nur spekulieren. Vermutlich würden die Teilnehmer immer älter und seien nicht mehr so gut zu Fuß. Und bei der Mühle Anna müsse man schon gut zu Fuß sein, um sie zu besteigen. Am Erscheinungsbild der Mühle und der Anlagen könne es nicht liegen, warf Heinz Goldschmitz ein. Sie bekämen immer sehr positive Rückmeldungen und Lob, dass alles so gepflegt, so sauber und schick aussehe, berichtete er. „Von allein komme das aber auch nicht“, sagten sie dann immer „wir arbeiteten hier regelmäßig.“

Besonders in den Wintermonaten nutzen die Mitglieder die Zeit, um Reparaturen vorzunehmen und um ihre Ausstellung umzubauen oder zu ergänzen. So haben sie in der Alten Sägerei umgeräumt und Stubenöfen und Kochgelegenheiten etwas mehr Platz eingeräumt. Neu aufgenommen wurde ein Stubenofen, den Kurt Kannenberg zur Verfügung gestellt hatte. Zum Alter und Fabrikat konnte Lappöhn nichts feststellen. Aus ihrem Fundus haben sie zudem eine so genante Hexe, einer der ersten Kochherde für die Stube, hervor geholt. Neu sind auch ein Karren-Zweischarrpflug, den Norbert Herrmann gab und eine Staubmühle der Marke Amazone, die Rainer Kock zur Verfügung stellte. Alle angebotenen Spenden könnten sie nicht annehmen, so Goldschmitz, dafür reiche der Lagerplatz nicht und die Ausstellung wolle man nicht überfrachten. „An alten und besonders schönen Stücken haben wir immer Interesse.“

Bekannt für ihre Bauprojekte wollen die Mühlenfreunde in diesem Jahr den Brotbackofen fertig stellen. Ein Probebacken soll bald stattfinden. Die Hoffnung ist, dass zum Mühlentag am 9. Juni frisches Brot gebacken werden kann. Bis dahin sollen möglichst auch die zwei beim Sturm Christian zerstörten Flügel der Mühle ersetzt sein. Rund 25000 Euro Schäden waren an den Flügeln und der Schiefereindeckung entstanden. Die Schäden waren versichert, so Lappöhn. Zurzeit warte man noch auf das Ok der Versicherung.

Bereits angelaufen sind die ersten Vorbereitungen zur Planung des Standmotorentags am 7. September. Er findet alle zwei Jahre statt. Die Organisation hat Frank Emmerich übernommen, unterstützt wird er dabei von Erwin Nazarenus, dem Motorenfachmann des Vereins. Organisiert wird auch wieder eine Mehrtagesfahrt, die vom 23. bis 27. Juli in den Harz führt. Infos und Anmeldungen bei Johann Kempe unter Tel. 04355/696 oder bei Lappöhn unter Tel. 04355/12 44.

Bevor die Saison der Mühle mit regelmäßigen Öffnungszeiten an Sonnabend und Sonntag ab 8. März wieder beginnt, haben die Mitglieder noch viel zu tun. „Anzupacken gibt es hier für jeden etwas“, wirbt Lappöhn auch um interessierte Bürger.

 Infos zur Mühle und zum Verein unter http://www.muehle-anna.de.

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