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Auszeichnung für Windebyer Landwirt : Jungbauer gestaltet seine Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dennis Anders bewirtschaftet den Hof in Friedensthal in vierter Generation / Für seine Zielstrebigkeit wurde der 23-Jährige ausgezeichnet

Windeby | Mit seinen 23 Jahren hat Dennis Anders schon viel erreicht und klare Vorstellungen davon, was noch kommen soll. Der Landwirt aus Friedensthal ist jetzt von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet worden, Die DLG würdigt damit die Zielstrebigkeit in der beruflichen Ausbildung und sein ehrenamtliches Engagement. Bundesweit wurden acht landwirtschaftliche Nachwuchskräfte geehrt, die Urkunde für den mit 2500 Euro dotierten Preis nahm Dennis Anders bei einer Feier in Magdeburg entgegen. Begleitet wurde der 23-Jährige dabei von seiner Freundin, sein Vater Jörg blieb Zuhause, „schließlich musste der Betrieb ja weiterlaufen“, so Anders, der die Auszeichnung als Ehre für sich und seine Schule sieht.

Dennis Anders musste früh auf dem Betrieb anpacken. Bereits mit 21 Jahren wurde Dennis Anders Mitgesellschafter und Betriebsleiter des elterlichen Hofes in der Langen Linie in Friedensthal. Seine Mutter war gestorben und so übernahm er deren Anteile. Nach der Mittleren Reife ging Dennis Anders zunächst für drei Jahre in Lehre, lernte auf verschiedenen Höfen – in Jevenstedt, Holtsee und Rickert – die Vielfalt des Berufes kennen. Anschließend besuchte er die Fachoberschule mit der Fachrichtung Agrarwissenschaft, danach die schulische Fortbildung zum staatlich geprüften Wirtschafter des Landbaus. Im Sommer endet für ihn an der höheren Landbauschule in Rendsburg die Ausbildung zum geprüften Agrarbetriebswirt. Vor wenigen Tagen hatte er seine schriftlichen Prüfungen. „Das waren zwei harte Jahre“, sagt Dennis Anders rückblickend. Zu Beginn der Ausbildung ist man noch etwas naiv, doch mittlerweile wisse er was Landwirtschaft bedeutet.

Bevor er morgens um acht Uhr die Schulbank drückte, stand er bereits morgens um 5 Uhr im Kuhstall. Nach zwei Stunden ging es unter die Dusche, ins Auto und dann nach Rendsburg. Am Nachmittag nach der Schule wurde er dann wieder auf dem Hof gebraucht. Dort halten er und sein Vater Jörg rund 150 Milchkühe, hinzu kommen etwa 200 Kälber pro Jahr. Die Futterpflanzen Mais und Gras werden angebaut. Auch Dennis’ Großvater Klaus Anders packt auf dem Familienbetrieb noch mit an. Mit den Aus- und Fortbildungen will Dennis Anders weitermachen, will auf seinem Hof selber Nachwuchs ausbilden.

4000 Liter Mich werden auf dem Hof Anders täglich an die Meierei Holtsee geliefert. Bei einem aktuellen Milchpreis von knapp über 30 Cent bekomme man das, was mindestens erforderlich ist, sagt Anders. „Die Jahre davor waren eine Nullnummer“. Alle Rücklagen wurden aufgebraucht, Investitionen zurückgestellt. Längst habe man einen neuen, moderneren Kälberstall bauen wollen, der soll jetzt endlich kommen. 2011 wurde ein neuer Kuhstall mit Melkstand auf der grünen Wiese errichtet. „Wichtige Investitionen, um für die Zukunft gewappnet zu sein“, betont er. Landwirtschaft bedeutet längst auch Kontrolle, Dokumentation und viel Papierkram. „Nach zwölf Stunden auf dem Hof, geht es noch an den Schreibtisch“, sagt Dennis Anders. Dort türmen sich bereits die Aktenordner mit Formularen. Es ist die Bürokratie, die ihn nervt, die Pflicht, immer mehr zu dokumentieren, und die Vorurteile, mit denen viele der Landwirtschaft begegneten, dass aus einem Einzelfall gleich ein Lebensmittelskandal gemacht werde. Eine Herzensangelegenheit ist es für ihn, das Bild des Landwirtes wieder zurecht zu rücken. „Unser Hof ist offen, jeder kann vorbeikommen und sich zeigen lassen, dass es den Tieren gut geht“, sagt Dennis Anders. 

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erstellt am 07.Jun.2017 | 07:12 Uhr

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