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junior coaches : Jugendtrainer mit Diplom auf Jobsuche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

14 frisch gebackene DFB Junior Coaches stehen zur Übernahme von Jugendteams und Schul-AGs bereit. Die Jungen und Mädchen haben bereits erste Kontakte zu Vereinen geknüpft.

„Wenn die Vereine jetzt nicht zugreifen, können wir auch nicht mehr helfen, dann sind sie selbst schuld.“ Marina Burath, beim Kreisfußballverband zuständig für den Mädchen- und Frauenfußball, hatte allen Grund dazu, so deutliche Worte an die Fußballvereine der Region zu richten. Vor ihnen standen 14 frischgebackene DFB-Junior Coaches, elf von ihnen junge Frauen. Sie zählen nach ihrem einwöchigen Intensivkurs mit B-Lizenztrainer Jörg Ballert (früher unter anderem Gettorfer SC) zu den Pionieren und Vorzeige-Jugendtrainern in ganz Schleswig-Holstein, denn diese Trainingswoche wurde außer an der Grund- und Gemeinschaftsschule am Pferdemarkt nur noch an zwei Schulen in Burg und Meldorf in Dithmarschen durchgeführt. Damit steht die erste Generation der DFB Junior Coaches einsatzbereit an der Seitenlinie.

Mehrere Vereinsvertreter sind am Mittwochabend der Einladung des Projektinitiators Gerd Schröder, ehemaliger Konrektor der Grund- und Gemeinschaftsschule und amtierender Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, zur Vorstellung der 14 Nachwuchstrainer in die Schulmensa gefolgt. Und sie wurden sofort aktiv. Der Jugendwart des Gettorfer SC, Ekkehard Krüger, sicherte sich gleich die Dienste von Lotta Tietz (17) aus Neudorf und Jacline Mund (16) aus Holtsee für den Aufbau einer 2. Mädchen C-Jugend-Mannschaft. Am gleichen Tisch waren Helge Kühl und Martin Weber im Gespräch mit mehreren Mädchen, um die Nachwuchsarbeit beim TSV Neudorf-Bornstein zu stärken. Und auch Fußballabteilungsleiter Stefan Meurer vom Eckernförder MTV streckte seine Fühler nach Nachwuchstrainern für den G-Jugend-Bereich (5- bis 6-Jährige) aus und wurde mit Tim Jeschkeit und einem weiteren Junior Coach einig. Zusammen mit einem Elternteil sollen sie den Nachwuchs zu dritt ans Fußballspielen heranführen. Manfred Medler, Vorsitzender des Eckernförder SV, war aufmerksamer Beobachter.

Das Netzwerk beginnt also zu pulsieren und verzeichnete schon am ersten Tag erste Erfolge. Ausbilder Jörg Ballert, Initiator Gerd Schröder und „Kümmerin“ Marina Burath drückten an diesem Abend mehrfach ihre Freude über den Projektverlauf, das hohe Engagement und die persönliche Entwicklung der Zehntklässler aus. Sie habe in der Projektwoche „Super-Typen“kennengelernt, sagte Burath. Und sie sei stolz, dass so viele junge Frauen mitgemacht haben. Ein Umstand, den auch die Eckernförder Gleichstellungsbeauftragte Johanna Elteste sehr lobte.

Für Ballert, der als Landesauswahltrainer D-Jugend sonst die talentiertesten Jungfußballer des Landes formt, war es eine ungewohnte Aufgabe, „aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“. Jeder Einzelne in der Gruppe habe sich großartig entwickelt, sei gewachsen, die Teilnehmer hätten am Ende eine 60-minütige Trainingseinheit geplant und durchgeführt. Seine anfänglichen Bedenken seien in Begeisterung umgeschlagen, und wenn selbst eine Reiterin mit so viel Einsatz bei der Sache sei und weiter mit Kindern arbeiten wolle, sei das ein Beleg für den großen Erfolg des Projekts. Ballert hofft, dass die Jugendlichen auch persönlich von dieser Woche profitieren, Selbstvertrauen getankt haben und dem Sport – ganz gleich in welcher Sportart – weiter treu bleiben. Wie selbstbewusst und locker sie vor einer Gruppe agieren können, stellten anschließend Janina Hainer und Julian Zülsdorf unter Beweis, die ihre Eindrücke des Junior-Coach-Projekts schilderten. Alles Argumente, auf diesem Weg weiterzugehen. Zumal der erste Baustein der Trainerlaufbahn ins Zeugnis einfließt und den Inhaber als junge, engagierte Persönlichkeit mit sozialer Kompetenz ausweist. Das, da ist Initiator Gerd Schröder überzeugt, werde sich positiv bei Einstellungsgesprächen auswirken. „Diese jungen Leute brauchen wir.“

Der SHFV-Vizepräsident wies auf die Bedeutung gut ausgebildeter Trainer hin. Nur 25 Prozent aller Jugendtrainer hätten eine Ausbildung durchlaufen. Zudem schrumpft die Zahl der Mannschaften bedingt durch den demographischen Wandel massiv. Im Norden gab es 2013 250 Jugendmannschaften weniger. „Wir müssen aktiv werden“, appellierte Schröder an alle, sich zu engagieren. Er dankte Schulleiter Johann-Christoph Alsen, den Schul-„Kümmerern“ Anette Grütter und Mathias Daniel. Neben den Vereinen würden auch die Schulen von den Junior Coaches profitieren, weil sie im Ganztagsbetrieb AGs anbieten könnten. Sie müssen sich jetzt nur noch melden.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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