Jugendfeuerwehr unter Strom

Tabea Stein (11) und Fenja Andrees (14) helfen sich beim Aufsetzen der Atemschutzmaske. Fotos: rit
1 von 3
Tabea Stein (11) und Fenja Andrees (14) helfen sich beim Aufsetzen der Atemschutzmaske. Fotos: rit

Beim Berufsfeuerwehrtag der Freiwilligen Feuerwehr am Sonnabend in Altenholz absolvierte der Nachwuchs elf Einsätze und probte somit den Ernstfall.

Avatar_shz von
20. April 2009, 10:06 Uhr

Altenholz | Dichter Rauch quillt aus dem Haus - es brennt. Irgendwo in den Nebelschwaden muss ein Mädchen sein. Jetzt ist Eile geboten, es besteht Lebensgefahr - das sind die Informationen, die die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Altenholz vor ihrem Einsatz erhalten. Es ist bereits das vierte Mal an diesem Tag, dass sie ausrücken muss: Ein Baum war umgestürzt, eine Mülltonne brannte, dann ein Fehlalarm. Und jetzt eine Rauchentwicklung mit Personensuche.

Insgesamt standen am Sonnabend elf Übungen auf dem Plan. Auch um 21.30 Uhr ging es noch einmal heiß her, bevor gemeinsam in der Feuerwache übernachtet wurde. So viel Unruhe haben sie bei ihren Übungsnachmittagen sonst nie. Der Berufsfeuerwehrtag am Wochenende war eine Ausnahme. Dort lernten die 25 Jugendlichen, wie Erste Hilfe geleistet wird und ein Rettungswagen eingerichtet ist. Von Zeit zu Zeit ging es sogar mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz. "Das machen wir sonst nicht. Das wäre für den Verkehr zu gefährlich", erklärte Jugendwart Matthias Brumme. Das Martinshorn soll ein Signal für Einsätze sein und nicht für Übungszwecke genutzt werden. Aber der ganze Trubel zeigte Wirkung: "Viele der Jungs stehen richtig unter Strom", sagte der Gruppenführer Uwe Penning und lächelte.

Aufregung pur auch bei Pierre Grellert. Der elf Jahre alte Kieler ist erst seit einem halben Jahr bei der Jugendfeuerwehr und war besonders von den Löschübungen begeistert. "Die ganze Aufregung", sagt er, "das macht echt Spaß."

Und auch die drei Mädchen in der Gruppe hatten ihren Spaß: "Wir sind im Angriffs trupp", erklärten Tabea Stein und Fenja Andrees stolz. Das bedeutet, sie durften mit den Atemschutzmasken-Attrappen in das Gebäude gehen. Echte Atemschutzmasken dürften nur Erwachsene benutzen. "Das ist spannend", sagte die 14 Jahre alte Fenja. Auch ihr gefiel vor allem der Zusammenhalt in der Gruppe, wenn es zu den vier Einsatzwagen ging und zum Einsatzort gefahren wurde.

Fenja und Tabea waren dann auch die Ersten, die mit Atemschutzmasken ins Gebäude gingen. Derweil verlegten ihre Kameraden die Schläuche. Das nennen die Mitglieder der aktiven Wehr die "zehn Chaos-Minuten". "Die Kunst der Feuerwehr besteht darin, dieses Durcheinander schnell zu ordnen", sagte der stellvertretende Jugendwart Kai König. Die Jugendlichen hätten das schon ganz gut im Griff: "Das ist der erste Einsatz dieser Art. So eine Veranstaltung haben wir bisher noch nicht gemacht. Dafür schlagen sie sich gut." Und auch Matthias Brumme war zufrieden. "Wir üben mit unseren Jugendlichen viel", sagte er. "Schließlich ist das unser Nachwuchs." Und dieser Nachwuchs hatte dann auch schnell die vermisste Giana Rahn gefunden, die von ihrem Bruder Jordan zum Rettungswagen gebracht werden konnte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen