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Lebensretter : Jugendfeuerwehr organisiert Defibrillator für Revensdorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jugendfeuerwehr Revensdorf sammelt Spenden zur Anschaffung eines Defibrillators.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 06:02 Uhr

Lindau | Die Idee brachten Mitglieder der Jugendfeuerwehr Revensdorf im letzten Jahr von Dänemark mit. Dort hatten sie in ihrem Sommerurlaub 2016 beobachtet, dass es überall öffentlich zugängliche Defibrillatoren (Defi) gibt. Dann ging alles sehr schnell. Bei der Jahresversammlung der Jugendfeuerwehr im Februar beschlossen die Jugendlichen, auch in Revensdorf soll es einen öffentlich zugänglichen Defi geben. Das Projekt „Wir sind Schutzengel“ war geboren.

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr machten sich auf den Weg und putzten Klinken, warben um Spenden. Noch vor den Sommerferien hatten sie die 4500 Euro zusammen, die das Gerät mit Schrank gekostet hat. Etwa zur Hälfte kamen die Spenden von Privatpersonen und von Firmen. Ein Teil der Spenden der Sammelaktion „Jugend sammelt für Jugend“ wurde ebenfalls für das Projekt verwendet. Das Angebot der Gemeinde, die Restsumme zu übernehmen, falls doch noch etwas fehlen sollte, konnten die jungen Lebensretter ausschlagen. Die Spenden reichten aus.

Kürzlich übergab die Jugendfeuerwehr das Gerät der Gemeinde und es wurde offiziell in den Dienst gestellt. Die Rettungsleitstelle Kiel meldete sich zum ersten Mal.

Amtsdirektor Matthias Meins und Bürgermeister Jens Krabbenhöft dankten den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr für ihr Engagement. Jugendwart Markus Gertz erinnerte daran, dass in Schleswig-Holstein pro Jahr 3000 bis 3500 Herztote zu beklagen seien. „Bei rechtzeitiger Hilfe hätten 70 Prozent von ihnen eine Überlebenschance. Wir übergeben der Gemeinde den Defi, damit wir uns alle ein bisschen sicherer fühlen.“ Der Defi ist am Feuerwehrhaus angebracht und zwar in einer Höhe, dass er auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. „Denn Revensdorf ist ein barrierefreies Dorf“, so der stellvertretende Jugendwart Rüdiger Hein. Da der Defi auch ein Klimamodul besitzt, ist er bei allen Temperaturen betriebsbereit.

Der Revensdorfer Defi ist einfach zu bedienen und spricht mit den Benutzern. Erteilt der Helfer trotzdem einen falschen Befehl, wird der nicht ausgeführt. So sind Bedienungsfehler ausgeschlossen. Wer den Defi benötigt, macht einfach die Klappe auf, drückt kurz und nimmt ihn aus dem Kasten. In dem Moment meldet sich schon die Rettungsleitstelle Kiel und organisiert professionelle Hilfe. Am 13. Januar 2018 soll es ein Seminar für alle Bürger geben, damit jeder weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Denn Bürgermeister Jens Krabbenhöft weiß, „dass so ein Gerät den größten Respekt abnötigt.“ Beim Seminar werden Mitglieder der Jugendfeuerwehr den Erwachsenen zeigen, wie das Gerät funktioniert. „Der Gebrauch ist kinderleicht“, sagte Markus Gertz. „Im Bereich der Rettungsleitstelle Kiel ist das der erste Defi, der direkt mit ihr verbunden ist“, so Gertz. Mit dem Defi vor Ort sollen die ersten entscheidenden zehn Minuten überbrückt werden, bevor die professionelle Hilfe vor Ort ist.

Die Revensdorfer Jugendfeuerwehr wurde vor zweieinhalb Jahren gegründet. 20 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren gehören dazu. Wer an der von der Gemeinde finanzierten und für die Bürger kostenlosen vierstündigen Schulung am Sonnabend, 13. Januar, im Dörpshus teilnehmen möchte, meldet sich bei Andrea Bringmann unter Tel. 04346/41 00 07.

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