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Offene Türen : Jugend- und Kulturtreff seit 45 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt „Das Haus“ präsentierte beim Tag der offenen Tür ihr vielfältiges Angebot. Die städtische Einrichtung wird vom Leiterteam und dem Jugendrat selbst verwaltet.

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erstellt am 10.Mai.2017 | 06:59 Uhr

Eckernförde | In den 70er Jahren war das „Haus“ in der Reeperbahn der Treffpunkt der rockbegeisterten Jugend. Und die kam reichlich. Auch gestern, 45 Jahre nach der Einweihung am 27. November 1971, gab es in der Disco wieder richtig was auf die Ohren: Deep Purple und Led Zeppelin weckten zumindest bei den älteren Besuchern nostalgische Gefühle. Das Haus, die Jugend- Kultur- und Medienwerkstatt mitten in der Stadt, hatte gestern zum Tag der offenen Tür eingeladen. Auf dem Hof gab’s Kaffee am Kaffeemobil von Florian Grabowski, Stockbrot vom Bundesfreiwilligendienstler Leon Martin und einige Wurf- und Geschicklichkeitsspiele unter freiem Himmel, drinnen richtig schönen Oldie-Sound, Hausführungen, eine Flohmarkt-Ecke und selbstgebackene Torten, die „Haus“-Chefin Nadine Förtsch persönlich gebacken hat. Der Reinerlös des Flohmarkts und der Tortenbar kommt dem „Runden Tisch gegen Rechts“ zugute.

Es waren nicht nur junge Leute da, sondern auch junggebliebene. Wie Ulrike und Manfred Musolff aus Hattingen in NRW, die seit 30 Jahren in Langholz ein Ferienhaus besitzen und dort regelmäßig ausspannen. Sie kommen während ihrer Aufenthalte auch ins Kommunale Kino und wollten die Einrichtung gestern einmal genauer kennenlernen. In der Teestube genossen sie Kaffee und Kuchen. „Ein tolles Angebot für die Jugend“, sagte das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen.

Das frühere „Haus der Jugend“, eine selbstverwaltete Einrichtung der Stadt mit eigener Leitung und Jugendrat, hat sich im Laufe der 45 Jahre immer weiter entwickelt und ist längst mehr als nur Disco, die auch nur noch am letzten Freitag im Monat – allerdings inklusiv – angeboten wird. Neben dem Kommunalen Kino mit 80 Plätzen, in dem in der Regel vier Mal pro Woche ausgewählte Filme laufen, gibt es eine Theaterbühne, ein Tonstudio, einen Videoschnittplatz, einen Salon, eine Teestube, Billard und Tischkicker sowie Werkräume. Geöffnet ist dienstags bis sonnabends, es gibt Vorführungen, Konzerte, regelmäßige Veranstaltungen wie den Philosophischen Salon, Projekte wie Interkulturelles Kochen und Ferienangebote, und es wird auch Integrationsarbeit geleistet. Ein Haus mit dieser Konzeption, diesen Angeboten und Gestaltungsmöglichkeiten dürfte einmalig in Schleswig-Holstein sein.

Die Einrichtung wird von Nadine Förtsch geleitet, ihr zur Seite steht als pädagogische Fachkraft Thoren Kohlweyer, der den Platz von Gordon Frey eingenommen hat. Zum Team gehören ferner Zeynep Möckel als Integrationsfachkraft sowie „Bufti“ Leon Martin und Felix Kilian, der ein Freiwilliges Soziales Jahr im Haus absolviert.

Die Jugendlichen wissen dieses Angebot zu schätzen. „Täglich 60 bis 100 Besucher“, schätzt Nadine Förtsch, verbringen dort ihre Freizeit – Konzerte, Disco und Kino noch nicht mitgerechnet. Die zentrale Lage des Hauses in Bahnhofs- und ZOB-Nähe macht das Haus auch für viele Jugendliche aus dem Umland interessant.

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