Paukenschlag in der SPD : Jürgen Neumann SPD-Spitzenkandidat

Die SPD-Kandidaten für die Kommunalwahl (vorn, v. l.): Petra Neumann, Spitzenkandidat Jürgen Neumann, Frauke Piechatzek, Reiner Bunte und Torben Michler sowie (hinten, v. l.) Carsten Rix, Jan-Hendrik Strunk, Torben Küßner, Peter Skowron, Wilhelm Hesterberg und Harald Friedrichsen.
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Die SPD-Kandidaten für die Kommunalwahl (vorn, v. l.): Petra Neumann, Spitzenkandidat Jürgen Neumann, Frauke Piechatzek, Reiner Bunte und Torben Michler sowie (hinten, v. l.) Carsten Rix, Jan-Hendrik Strunk, Torben Küßner, Peter Skowron, Wilhelm Hesterberg und Harald Friedrichsen.

Ratsherr Jörg Meyer verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Bürgerbeteiligung steht für SPD im Wahlkampf oben auf der Agenda.

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24. Februar 2018, 05:18 Uhr

Paukenschlag in der SPD Eckernförde: Jörg Meyer, Ratsherr und bis vor kurzem designierter Spitzenkandidat und Nachfolger von Martin Klimach-Dreger, verzichtet auf eine Kandidatur bei der Kommunalwahl am 6. Mai. Statt seiner wählten die Genossen am Donnerstagabend auf ihrer Wahlversammlung im EMTV-Heim Jürgen Neumann auf Listenplatz 1 und somit zum neuen Spitzenkandidaten.

Jörg Meyer (56), seit 2009 zunächst als wählbarer Bürger in der SPD-Rathausfraktion tätig, seit 2013 Ratsherr, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zweiter stellvertretender Bürgermeister, hat selbst vier Jahre den Ortsverband als Vorsitzender geleitet. „Bis vor kurzem bin ich davon ausgegangen, dass ich Spitzenkandidat bin“, sagt der 56-Jährige auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Interne Interessens- und Meinungskonflikte mit dem Vorstand, insbesondere in Bezug auf die Diskussion um die Parkraumsituation, und ein anderes Verständnis von kommunalpolitischer Arbeit hätten dazu geführt, dass der Vorstand ihn auf Listenplatz 3 gesetzt habe. „Da habe ich lieber verzichtet. Ich hätte fünf Jahre vor mir und einen Vorstand, der nicht mit mir auf einer Linie liegt“, erklärt Meyer seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik. „Für Borby tut mir das echt leid“, so Meyer, der nicht an der Wahlversammlung teilnahm. Er wolle sich in Zukunft auf seine Ehrenämter konzentrieren, vor allem auf seine Arbeit als Vorsitzender des ESV, dessen Mitglieder in Kürze eine wichtige Zukunftsentscheidung treffen müssen.

Es war seine letzte Mitgliederversammlung, zu der die Vorsitzende Petra Neumann den scheidenden Fraktionsvorsitzenden Martin Klimach-Dreger (wir berichteten) am Donnerstagabend begrüßte. Dieser umriss die Eckpunkte des SPD-Wahlprogramms und verabschiedete sich vor der anschließenden Diskussion und Wahl von den Genossen. „Bürgerbeteiligung steht ganz oben auf der Agenda“, so Klimach-Dreger. Die SPD will ein Beteiligungsmodell entwickeln, das sicherstellt, dass Beteiligung, Transparenz der Beschlüsse und Arbeitsfähigkeit von Verwaltung und Ratsversammlung gleichermaßen berücksichtigt werden. Die SPD setzt sich für eine durchmischte Gesellschaft in allen Altersgruppen ein, die demografische Entwicklung sei hier zu berücksichtigen, so Klimach-Dreger. Der Partei verfolgt das Ziel, Eckernförde als Wohn-, Urlaubs- und Wirtschaftsstandort zu erhalten und zu fördern.

Einige wichtige Punkte im Wahlprogramm, das unter dem Slogan „Der Mensch steht im Mittelpunkt“ steht, lauten unter anderem: Schaffung einer möglichst großen Barrierefreiheit und Unterstützung der Beiräte für Senioren und Menschen für Behinderung, Erhalt der Gesamtfläche des Skaterparks und Anpassung der Öffnungszeiten vom „Haus“ an die Bedürfnisse und Zeiten von Jugendlichen.

Im Bereich der Bildung will die SPD sich für Lehrmittelfreiheit einsetzen. Sie fordert den Ausbau von Schulsozialarbeit an allen Schulstandorten der Stadt und die Gewährleistung von Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit für die Entwicklung junger Menschen. Schaffung günstigen Wohnraums, beispielsweise in Form von Erbpachtflächen oder von sozial gefördertem Wohnraum stehen ebenfalls im Wahlprogramm. In Sachen Mobilität im Alltag sollen Stadt- und Verkehrsplanung aufeinander abgestimmt sein und langfristige Strategien entwickelt werden. Das gilt besonders für ein Parkraumkonzept. Um eine belastungsarme und stadtverträgliche Erschließung sicherzustellen, ist nach Auffassung der SPD die „Einrichtung eines ganzheitlichen, dynamischen Parkleitsystems für den Innenstadtbereich“ erforderlich. Folgende Kriterien sind für die SPD wichtig: In allen Bereichen der Stadt sollen Parkplätze zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Die Erweiterung des Parkraumes in der Innenstadt sollte nur die wegfallenden Parkplätze kompensieren und zusätzlich die Abdeckung von Spitzen einschließen. Erweiterungsbedarf besteht aus Sicht der SPD am Parkplatz Grüner Weg, am 3. Gleis und an der Fischerkoppel. In Sachen Kino setzt sich die SPD für einen zügigen Bau im Bereich Bahnhof ein. „Wenngleich wir die leider anscheinend nicht realisierbare und von uns bevorzugte Variante auf dem Skymarkt in der Gartenstraße für eine bessere Lösung halten“, so Klimach-Dreger.

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