zur Navigation springen

175 Jahre : Jubiläumsstimmung bei der Sparkasse

vom

Vor 175 Jahren wurde die Spar- und Leihkasse Eckernförde als Vorläufer der heutigen Förde Sparkasse gegründet. Orientierung am Gemeinwohl.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 08:16 Uhr

Eckernförde | "Vorläufig werden nur von den Bewohnern der Stadt Eckernförde Gelder angenommen. Die geringste Summe, welche angenommen wird, ist 1 Mark, und die höchste bis 100 Mark. Einschüsse unter 5 Mark werden nicht verzinst, Summen von 5 Mark und darüber mit einem halben Schilling für jede Mark oder mit 3 1/8 % jährlich." Und: "Wer einmal die Leihkasse gemißbraucht hat, …, darf sich zu einer neuen Anleihe nicht wieder Hoffnung machen." Klare Kante also in den Gründungsstatuten der Spar- und Leihkasse zu Eckernförde, die am 12. Februar 1838 von "23 wohlhabenden und ehrbaren Bürgern der Stadt" gegründet wurde. In diesem Jahr feiert das Institut, das nach zahlreichen Fusionen seit 2007 Förde Sparkasse heißt, ihr 175-jähriges Jubiläum. Ein Jubiläum gibt es auch in Schwansen zu feiern, die drei dortigen Häuser - die Spar- und Leihkasse zu Rieseby-Loose, die Waabser Spar- und Leihkasse sowie die Maaslebener Spar- und Leihkasse in Holzdorf - sind 1863 und damit vor 150 Jahren von Honoratioren der Region gegründet worden, um auch Ärmeren die Möglichkeit der Geldanlage und Vorsorge zu ermöglichen.

Dieser Grundgedanke hat sich bis heute erhalten, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Förde Sparkasse, Ulrich Boike, gestern in Eckernförde. Der Vorsorgegedanke und die Versorgung der Wirtschaft und Bürger mit Krediten sei nach wie vor das Kerngeschäft der Sparkassen im Land. Das gelte insbesondere für die Förde Sparkasse, die 2007 aus den Sparkassen in Eckernförde, Kiel und Plön hervorgegangen und mit einer Bilanzsumme von 6,2 Milliarden Euro und 1400 Mitarbeitern inzwischen zur größten Sparkasse im Norden geworden ist. "Eckernförde hat Kiel und Plön aufgenommen, wurde umfirmiert und nach Kiel verlegt", brachte Boike den Verschmelzungsprozess der drei Häuser aus Eckernförder Sicht auf den Punkt.

Zum Selbstverständnis der Sparkassen gehöre die Förderung des Gemeinwohls in der Region, betonte der Vize-Vorstandschef. "Wir haben im vergangenen Jahr 75 Projekte und Initiativen in Eckernförde und Schwansen mit einem Fördervolumen von mehr als 100 000 Euro unterstützt, berichtete Boike. "Ohne solche Unterstützung würde Vieles nicht funktionieren", pflichtete der Vize-Präsident der IHK Kiel, Helmut Knüpp, bei. Er lobte das gemeinnützige Engagement der Sparkassen und insbesondere der Jubilarin, die erfolgreich am Markt vertreten sei, dabei aber immer das Gemeinwohl und die Förderung regionaler Projekte und Initiativen im Blick habe. "Hätten sich die Sparkassen verhalten wie die Deutsche Bank, wäre all das nicht möglich", nutzte er die Gelegenheit zu einem Seitenhieb auf das zumeist rücksichtslose Geschäftsgebaren zockender privater Großbanken. "Die Sparkassen sind immer geerdet - und das ist gut so", sagte Knüpp, der die Orientierung am Gemeinwohl statt an der Gewinnmaximierung lobend hervorhob. Veränderungen werde es auch weiter bei den Sparkassen geben, nur werde darunter nicht die regionale Identität und Verwurzelung leiden, sagte der Vize-Präsident, der den Vertretern der Sparkasse Jubiläumsurkunden der IHK überreichte.

Der Leiter der Hauptstelle in Eckernförde, Frank-Arnold Tams, und der Direktor Privatkunden, Thomas Jahnke, gaben einen Überblick über die geplanten Aktivitäten im Jubiläumsjahr. In Eckernförde steigt die Förde Sparkasse ins Projekt "Ecktown-City" ein, wird sich beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen engagieren, einen Wettbewerb zum Trikotsponsoring starten und eine große Spendenübergabeveranstaltung aus dem PS-Zweckertrag im kommenden Jahr durchführen. In Schwansen wird in Kürze eine kleine Wanderausstellung durch die Filialen und Dörfer gehen, in der historische Sparkassen-Fundstücke ausgestellt werden. Zudem sind anlässlich des Weltspartags im Oktober besondere Aktionen geplant, sagte Jahnke. Stark unterstützt wird auch die Radtour des Vogelsanger Filialleiters Dietmar Ruhfus, der am 15. Juni zu seiner Tour durch Deutschland aufbricht und dabei Geld für die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung sammelt.

In Groß Wittensee kommt 2014 erstmals ein neuer Sparkassen-Truck zum Einsatz, weil die dortige Filiale aufgegeben wird. Die fahrende Filiale wird Groß Wittensee in der Testphase zweimal pro Woche besuchen, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Boike.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen