Jokeiba - nicht nur für Sportskanonen

Und hopp - im Sprung fängt Irene Bösherz den Ball und landet in der Mitte des Spielfeldes.
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Und hopp - im Sprung fängt Irene Bösherz den Ball und landet in der Mitte des Spielfeldes.

Mannschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel trainiert montags von 18 bis 20 Uhr / Interessierte sind willkommen

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18. Oktober 2012, 03:59 Uhr

Kiel | Jokeiba ist ein Sport für viele. Egal ob Sportskanone oder Sportmuffel, männlich oder weiblich. Jeder, der gerne läuft, wirft und springt, ist beim Training der Unimannschaft, montags von 18 bis 20 Uhr auf dem Gelände der Sportstätten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel willkommen.

Jokeiba steht für John Köhlers Eierball und ist ein körperloses Spiel: Gegner müssen einen Mindestabstand von einem halben Meter zueinander halten. Gespielt wird mit einem Football auf einem 48 Meter langen und 24 Meter breiten Rasenplatz auf den zwei ebenerdige, quadratische Torräume mit verschieden farbigen Bändern gelegt werden. Jeder besteht aus einem acht mal acht Meter großen Quadrat, in dem ist ein weiterer sechs mal sechs Meter großer Kasten ist. In diesem ist wiederum ein vier mal vier Meter großes Quadrat. In der Mitte ist ein zwei Mal zwei Meter großer Kasten - klingt kompliziert, ist aber im Grunde ganz einfach. In gemischten Mannschaften mit je fünf Spielern, von denen mindestens zwei weiblich sein müssen, geht es darum, Punkte zu machen. Und das erfordert Sprungkraft. Denn die Spieler dürfen mit dem Ball in der Hand nicht laufen und sich nur im Sternschritt bewegen. Will eine Mannschaft ein Tor machen, muss ein Spieler den Ball zu einem anderen werfen, während dieser in die Kästchen springt. Fängt er den Ball, bekommt er Punkte. Springt eine Frau ins zweite Feld, bekommt sie einen Punkt. Männer müssen dafür schon ins dritte Feld springen. Für das Überwinden von drei Feldern bekommt eine Frau zwei Punkte. Zwei Punkte für Männer gibt es, wenn sie bis in die Mitte springen. Frauen bekommen dafür drei Punkte. "Dadurch, dass Frauen und Männer für unterschiedlich viele Punkte bekommen, wird der körperliche Nachteil von Frauen ausgeglichen", sagt Nils Köhler, Leiter der Unimannschaft.

Irene Bösherz profitiert davon. Die Kielerin spielt seit elf Jahren Jokeiba und freut sich, dass die Mannschaften gemischt sind. "Das sorgt für eine lockerere Atmosphäre", hat sie festgestellt. Am Jokeiba gefällt ihr, dass schnell ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Mannschaft entstehe, da ein Spieler alleine keine Punkte erzielen könne. Auch zu anderen Mannschaften pflegen die Kieler ein gutes Verhältnis: Auf Turnieren wie der jährlich ausgetragenen Weltmeisterschaft tauschen sie sich aus und feiern gemeinsam.

Auf diesen Turnieren lief es zuletzt für die Kieler sehr gut: Sie wurden Weltmeister und verteidigten damit ihren Titel aus dem Vorjahr. "Wir haben das Glück, dass wir regelmäßig trainieren können", sagt Nils und hebt hervor, dass dazu nicht nur das lockere Spiel gehöre, sondern auch taktische Einheiten. "Jeder muss wissen, wie er sich in bestimmten Spielsituationen zu verhalten hat." Zudem sei es in manchmal durchaus strategisch klug, viele Frauen in der Mannschaft zu haben. Die könnten zwar in der Regel nicht so weit springen wie Männer, könnten aber mehr Punkte erzielen.

"Wir freuen uns über Nachwuchs", betont Nils. Jeder, der Interesse hat, könnte zum Training kommen. Vorkenntnisse seinen nicht nötig. "Einige in der Mannschaft haben vorher nie Sport gemacht und können trotzdem gut mithalten", sagt der Student. Er könnte sich vorstellen, in Eckernförde eine neue Gruppe zu gründen, wenn sich genügend Interessenten melden. "Jokeiba ist ein toller Sport, den ich gerne anderen zeige."

Weitere Infos: stu70943@mail.uni-kiel.de.

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