Neues beim TÜV : Jetzt wird wieder „geschnüffelt“

Prüfingenieur Kristofer Kahn aus Hütten muss seit diesem Jahr bei jedem Fahrzeug die Abgasuntersuchung am Endrohr vornehmen.
Prüfingenieur Kristofer Kahn aus Hütten muss seit diesem Jahr bei jedem Fahrzeug die Abgasuntersuchung am Endrohr vornehmen.

Zur Hauptuntersuchung ist die Endrohrmessung seit 1. Januar Pflicht / Kristofer Kahn reagiert auf den Mehraufwand mit neuen Öffnungszeiten

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06. Februar 2018, 06:00 Uhr

Hütten | Rund 24 Millionen Abgasuntersuchungen (AU) werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Seit Beginn des Jahres fallen eine Vielzahl davon nun umfangreicher aus als bisher. Autofahrer müssen daher etwas mehr Zeit und Geld für den TÜV mitbringen. Das Verkehrsministerium hat zum 1. Januar die AU mit Messung am Auspuff wieder für alle Autos verpflichtend gemacht. Bisher sind Fahrzeuge ab Baujahr 2006 von der Endrohr-Messung, bei der eine Mess-Sonde im Auspuff die Abgastrübung überprüft, befreit. Sie müssen zwar bei der Hauptuntersuchung auch eine AU durchlaufen. Wenn die Fahrzeugdiagnose keinen Fehler ermittelt, ist die AU bestanden. Mit der Endrohrmessung könne man sicherer erkennen, wenn bei einem Auto die Abgasreinigung nicht ordnungsgemäß funktioniert, argumentierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Das betreffe sowohl Defekte als auch bewusste Manipulationen.

„Eine rein elektronische Abgasmessung reicht jetzt nicht mehr aus“, sagt Kahn , Maschinenbauer und Prüfingenieur der GTÜ-Prüfstelle in Hütten. Die Untersuchung dauert damit um rund fünf Minuten länger und wird etwa um 6 Euro teurer. Kahn wird daher auch zum 1. März seine Öffnungszeiten der Prüfstelle erweitern, um den höheren Zeitbedarf wieder aufzufangen. Der 35-Jährige empfiehlt seinen Kunden, die Fahrzeuge vor der Untersuchung auf Betriebstemperatur zu bringen, da als erstes die Abgaswerte im erhöhten Drehzahlbereich geprüft werden.

Auch Kristofer Kahn muss seit diesem Jahr für seine Prüfstelle neue Richtlinien einhalten. Er darf seinen Kunden die Hauptuntersuchung nur noch dann anbieten, wenn er über einen Scheinwerfer-Einstellplatz verfügt, um die Scheinwerfer präzise einzustellen. Dieser Scheinwerfer-Einstellplatz ist durch entsprechende Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Dass diese neue Prüfrichtlinie kommt, wusste Kahn schon seit 2014, als er seine Prüfstelle in einer ehemaligen Scheune eröffnete und hat diese Aufstellfläche bereit damals eingerichtet.

Am wenigsten Arbeit hat Kristofer Kahn mit Elektro-Fahrzeugen. Für diese Untersuchung hat er eine spezielle Schulung hinter sich. Drei, vier Fahrzeuge waren es im vergangenen Jahr, die bei ihm in die Halle fuhren, „aber es werden mehr“, ist Kahn überzeugt. „Natürlich fällt die gesamte Abgasuntersuchung weg“, betont er. Zahnriemen, Getriebe – alles Komponenten, die bei einem E-Auto keine Rolle spielen und somit auch als Fehlerquelle ausfallen. Stattdessen muss der Fachmann die Hochvoltkomponenten auf Fehler untersuchen. Kahn selbst ist seit November Fahrer eines E-Fahrzeuges und hat den Kauf noch zu keinem Zeitpunkt bereut.


>GTÜ-Prüfstelle Hütten, Unterhütten 4, Öffnungszeiten (ab 1.März): Montag 14-19.30 Uhr; Dienstag bis Donnerstag 14 bis 18 Uhr; Freitag 14 bis 17 Uhr und Sonnabend 9 bis 13 Uhr. www.kahn-kfz.de


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