Eckernförder Tourismuskonzept 2030 : Jetzt sind die Bürger gefragt

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In der Einwohnerversammlung am 8. November werden in Eckernförde erste Weichen für das Tourismuskonzept 2030 gestellt. Die Bürger sollen sich einbringen.

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29. Oktober 2018, 17:19 Uhr

Es ist noch ein hartes Stück Arbeit. Nach umfänglichen Vorbereitungen soll das neue „Tourismuskonzept 2030“ in zwölf Monaten stehen. Dann sollen alle relevanten Fragen rund um das Thema „Wie soll sich der Tourismus in Eckernförde weiterentwickeln“, beantwortet sein. Das Ob sollte dabei keine Frage sein – der Tourismus ist längst zu wichtig für das Ostseebad und das Gemeinwesen geworden, um ihn spürbar zu beschneiden –, entscheidend dürften vielmehr die künftige touristische Ausrichtung, der weitere Ausbau der Infrastruktur sowie die Zahl und Qualität der Veranstaltungen und der Unterkünfte sein.

Der Geschäftsführer der Touristik und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, ist federführend in die Erarbeitung des Konzepts eingebunden und bittet die Eckernförder Bürger, sich eingehend zu informieren und sich intensiv in den angeschobenen Meinungsbildungsprozess einzuschalten. Dafür steht zum einen die mit Informationen gespickte und mit Kommentarfunktion ausgestattete ETMG-Homepage zur Verfügung, zum anderen findet am Donnerstag, 8. November, um 18.30 Uhr in der Stadthalle die Auftakt-Einwohnerversammlung zur Tourismusentwicklung statt.

Die Einwohnerversammlung ist ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung des Tourismuskonzepts 2030 und der Startschuss für die Bürgerbeteiligung. Es ist erklärtes Ziel aller Verantwortlichen, die Bürger so intensiv wie möglich einzubinden. In der Einwohnerversammlung gibt’s zunächst jede Menge Informationen und Zahlen. Der Touristikchef wird das derzeit noch gültige Tourismuskonzept aus dem Jahr 2007 mit dem touristischen Ist-Stand 2017 vergleichen. Dazu nur zwei Zahlen: Die Ankünfte und die Übernachtungen haben sich in zehn Jahren verdoppelt – die Zahl der Ankünfte, gleichbedeutend mit der der Gäste, stieg von 38 500 auf knapp 80 000, die Zahl der Übernachtungen von 128 000 auf 245 000. Hinzu kommt eine erhebliche Ausweitung des Tagestourismus’. Eckernförde wurde 2017 von rund zwei Millionen Tagesgästen besucht.

Dieser gewaltige Entwicklungsschub – aus dem Tourismus mit Nebenfunktion ist längst ein wichtiges wirtschaftliches Standbein geworden –, erfordert naturgemäß ein erheblich erweitertes touristisches Instrumentarium. Und das soll den Bürgern vermittelt werden. Alle interessierten Bürger sollen in der Einwohnerversammlung auf den gleichen Kenntnisstand gehievt werden, um danach von einem der eingeschalteten Tourismusexperten, Andreas Böhm von der digitalen Tourismusagentur „Tourismuszukunft“, in den Strategieprozess eingeführt zu werden.

Anschließend wird das Ergebnis der Telefoninterviews mit 310 Eckernfördern vorgestellt, die im Juli zum Thema Tourismusakzeptanz befragt worden sind. Dabei handelt es sich um einen siebenteiligen Fragenkomplex zur Bedeutung, Akzeptanz und Zukunft des Tourismus in Eckernförde. Das Ergebnis, das derzeit nur den zehn Mitgliedern der Lenkungsgruppe bekannt ist, ist laut Borgmann offenbar nicht so negativ ausgefallen, wie es die öffentliche, zumeist kritische Diskussion habe vermuten lassen. Dort hätten sich zumeist nur vereinzelte Kritiker zu Wort gemeldet. Um zu erfahren, wie die Eckernförder Bevölkerung tatsächlich denkt, habe man sich der repräsentativen Umfrage bedient, die alle Bevölkerungsschichten abbilde und so ein verlässliches Meinungsbild liefere. Der zweite Teil der Einwohnerversammlung spielt sich im Foyer der Stadthalle ab. Dort werden die Infos noch einmal auf großen Tafeln auf Stellwänden anschaulich dargestellt, auf die fünf Workshops mit Bürgerbeteiligung hingewiesen und die „Zukunftswerkstatt ’Von Eckernförde für Eckernförde’“ sowie der weitere Verlauf bis zur finalen Einwohnerversammlung („Eckernförde on stage“) vorgestellt, in der das dann fertige Tourismuskonzept 2030 präsentiert werden soll. Im Foyer stehen die zehn Lenkungsgruppenmitglieder und die Tourismusexperten für vertiefende Gespräche bereit.

„Jeder soll sich einbringen können“, sagt Touristikchef Stefan Borgmann. Die Bürgerbeteiligung mit den Einwohnerversammlungen und den Workshops sind die zentralen Schnittstellen. Permanent nutzbar ist die Plattform „Eckernförde 2030“ auf der Website www.ostseebad-eckernfoerde.de/Service. Dort finden sich nicht nur sämtliche Informationen zur Tourismusentwicklung, dort kann auch jeder über den „Feedback-Button“ seine Meinung äußern, die in die weiteren Beratungen der Lenkungsgruppe einfließen wird, wie Borgmann versichert, der sich über viele Rückmeldungen und eine vollbesetzte Stadthalle am 8. November freuen würde.

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