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Badeverbot in Fleckeby : Jetzt prüft die EU den Holmer Strand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Badestelle am Holmer Strand ist im EU-Programm „Changes“ aufgenommen. Seine negative Online-Bewertung soll bald aufgehoben werden.

von
erstellt am 02.Jun.2015 | 06:09 Uhr

Fleckeby | Eine gute Qualität der Badegewässer trägt entscheidend zur Attraktivität eines Urlaubsorts bei Einheimischen und Touristen bei. Die Gemeinde Fleckeby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) kann mit diesem Pfund derzeit wenig wuchern. 2012 hat das Kreisgesundheitsamt die Badestelle am Holmer Strand gesperrt, da die Badestelle nicht den EU-Vorgaben für eine mindestens ausreichende Badewasserqualität entsprach. Zur hygienischen beziehungsweise gesundheitlichen Bewertung eines Badegewässers werden Untersuchungen auf zwei große Gruppen von Darmbakterien durchgeführt: Im Labor werden die mikrobiologischen Güteparameter Escherichia coli (E.coli) und Intestinalen Enterokokken (I.E) untersucht. Die gemessene Menge dieser so genannten Indikator-Bakterien lässt Rückschlüsse auf den Verschmutzungsgrad des Gewässers mit anderen Mikroorganismen fäkaler Herkunft (Bakterien, Viren) zu. Die Untersuchung der Indikator-Bakterien ist von der EU vorgeschrieben und wird streng überwacht.

Die Hüttener Au fließt auf einer Länge von 9,5 Kilometer von Ascheffel über Hummelfeld und Fleckeby in die Schlei. Die Hoffnung der Gemeinde, die Wasserqualität würde sich nach Schließung des örtlichen Klärwerkes verbessern, zerschlug sich. Als Ursache für die erhöhte Darmkeimbelastung werden seitdem die diffusen Einleitungsquellen aus der Landwirtschaft angesehen.

Ein Jahr später ließ die Gemeinde die Badestelle um rund 150 Meter in Richtung Weseby verlegen. Weg von der Mündung der Hüttener Au bedeutet auch eine Verdünnung und damit verbunden eine Verringerung der Keimzahl. Im Internet auf www.badewasserqualitaet.schleswig-holstein.de gilt die Badestelle Götheby dennoch aber als gesperrt – ein Klick und es erscheint das rote Symbol „Badeverbot“. Das könnte sich aber bald ändern, hofft Bürgermeisterin Ursula Schwarzer (SPD). „Durch die Messungen des Kreises Rendsburg-Eckernförde wurden mehrere punktuelle Quellen für die Verunreinigung ausfindig gemacht“, sagte sie auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Mehr wollte und durfte man ihr von der Behörde nicht mitteilen. Eine Messung vom 15. Mai zollte der Badestelle sogar eine ausgezeichnete Qualität – dafür gab es drei blaue Sterne.

Als einzige Badestelle im Kreisgebiet ist Götheby daraufhin vom Land Schleswig-Holstein in das Programm „Changes“ aufgenommen worden, da aufgrund des Sanierungskonzeptes eine Aussicht auf Verbesserung der Wasserqualität besteht. „Die entsprechenden Unterlagen sind beim Bundesumweltministerium eingereicht“, betätigte Dr. Armin Kalmbach, Fachdienstleiter Gesundheitsdienste im Rendsburger Kreishaus. Letztlich müsse die Europäische Union aber zustimmen. „Dann würde das Symbol auf der Internetseite des Landes verschwinden“, betont Wolfgang Tismer von der Badegewässerüberwachung des Kreises. Alle bisherigen Messergebnisse würden zudem getilgt werden, der Makel der mangelhaften Wasserqualität würde somit verschwinden. Die Bewertung der Badegewässerqualität als „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ erfolgt nach vier Badesaisons.

Allerdings: Das Badeverbotsschild unmittelbar am Vorfluter bleibt bestehen. Hier ist und bleibt der Sprung in die Schlei aufgrund der Nähe zum Auslauf untersagt.

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