Skaterpark : Jetzt melden sich die Jugendlichen zu Wort

Um ihrer Forderung nach Einbeziehung Ausdruck zu verleihen, trafen sich jetzt rund 40 Jugendliche im Skaterpark.
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Um ihrer Forderung nach Einbeziehung Ausdruck zu verleihen, trafen sich jetzt rund 40 Jugendliche im Skaterpark.

Die ersten Vorstöße, den Skaterpark als Standort für ein Kino zu nutzen, stoßen bei den Jugendlichen auf Widerstand: Sie wollen ihren Skaterpark im Noorweg behalten.

shz.de von
30. Mai 2015, 06:31 Uhr

Eckernförde | „Auf gar keinen Fall“ – so könnte man die Meinung der Jugendlichen zum Skaterpark als Kinostandort auf den Punkt bringen. Sie pochen darauf, ihren Skaterpark zu behalten und den für sie wichtigen Treffpunkt nicht wie eine städteplanerische Verschiebemasse auf dem Reißbrett zu behandeln.

Anlass für ihren Aufschrei ist die Diskussion um einen geeigneten Kinostandort. Zuletzt hatte sich der Wirtschaftskreis Eckernförde (WKE) in einer Pressemitteilung für den Skaterpark als besten Kinostandort ausgesprochen. Als Alternative nannte er die Nooröffnung. Auch im ersten Workshop zur Nooröffnung unter Beteiligung der Öffentlichkeit wurde angeregt, den Skaterpark in den Bereich der Nooröffnung zu verlegen und sein jetziges Areal zu bebauen.

Doch dagegen spricht für die Jugendlichen einiges: „An der Nooröffnung würden Konflikte geschaffen, weil dort auch Wohnbebauung entstehen soll“, sagt der 22-Jährige Simon Banger. Auf der Anlage geht es dagegen nicht immer leise zu. Am jetzigen Standort werden keine Anwohner gestört, an der Nooröffnung dagegen höchstwahrscheinlich schon. Simon Banger hat eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Erhaltung des Skatepark Eckernförde“ gegründet, die innerhalb von 24 Stunden schon über 200 Mitglieder hatte. Mittlerweile sind es 316. Dort sagt er: „In dem immer mehr kommerziell gestalteten Eckernförde scheint kein Platz mehr für alternative, selbstgestaltete Jugendräume zu sein, und so scheint auch das Angebot, einen neuen Park zu bauen, im ersten Moment attraktiv, doch birgt es die Gefahr als einfache Sportanlage abgetan zu werden. Der Skatepark ist für mich jedoch viel mehr. Hier treffen sich Menschen, hier wird gemalt, getanzt und gefeiert. Hier muss nichts gekauft oder gezahlt werden, weder Eintrittspreise noch Kurtaxe.“
Er persönlich nutze als Sprayer viel die legale Graffiti-Wand.

Ihm schließt sich Judith Kappler (17) an, die schon seit Jahren den Skaterpark nutzt. „Der Park ist wichtig als Treffpunkt, weil die Jugendlichen immer wieder vom Strand oder von dort, wo sich Leute belästigt fühlen können, verscheucht werden. Hier stören wir niemanden.“

Hier kenne man sich, es herrsche eine familiäre Atmosphäre, sagt Felix Kilian (20). Er hat zusammen mit Fiona Danieli und Streetworkerin Heike Peuster vor zwei Wochen mit Bürgermeister Jörg Sibbel ein Gespräch geführt, in dem er die Position der Jugendlichen dargelegt hat. Wichtig war dabei die zentrale und doch von Wohnbebauung entfernte Lage mit der Nähe zum Zob und zum Bahnhof, zu kostenfreien Parkplätzen und der Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt „Haus“ an der Reeperbahn, deren Pädagogen als Ansprechpartner dienen können. Sibbel habe sein Verständnis für die Haltung der Jugendlichen geäußert. Einen Punkt unterstreicht Heike Peuster dabei besonders: „Der Skaterpark bietet den Jugendlichen ein Rückzugsgebiet und ist trotzdem für alle einsehbar. Er hat nichts Geheimes.“

Für Quinn Christiansen (22) ist eine Alternative viel logischer als eine Versetzung des Skaterparks: „Man sollte das Kino im Bereich der Nooröffnung bauen. Das spart den Abriss der Skateranlagen.“ Warum das Kino fünf Säle haben muss, könne er nicht verstehen.

Nun hoffen die Jugendlichen darauf, Gehör bei der Suche nach einer Lösung zu finden. Simon Banger: „Ich kann nicht verstehen, wie man sich jahrelang von der Bahn hinhalten lassen kann, und nun muss schnell ein Jugendpark weichen, weil er keine starke Lobby hat. “ SPD und Grüne haben schon signalisiert, dass ein Kino im Skaterpark mit ihnen nicht machbar ist.

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