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Waabser wollen die Mehrzweckhalle : Jetzt ist die Gemeinde am Zug

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Über 80 Interessierte bei Einwohnerversammlung in Waabs / Deutliche Mehrheit stimmt für Planung einer Mehrzweckhalle

von
erstellt am 30.Jan.2016 | 06:51 Uhr

Braucht die Gemeinde Waabs eine Mehrzweckhalle? Und wenn ja, wo soll sie gebaut werden und was wird sie kosten? Die Bürger haben am Donnerstagabend im Restaurant Meeresblick der Gemeinde Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben. Bis zur nächsten Einwohnerversammlung soll die Gemeinde verschiedene Varianten geprüft haben und diese den Waabsers präsentieren. Das Votum war aber eindeutig. 57 der gut 80 Anwesenden sehen durchaus den Bedarf für den Bau einer Mehrzweckhalle, 20 stimmten dagegen. Hintergrund ist der Antrag der CDU-Fraktion, sich mit dieser Investition zu beschäftigen. Im Hauptausschuss war das Meinungsbild weitaus knapper. Vier Mitglieder stimmten damals dafür, das Thema Mehrzweckhalle weiter zu verfolgen, drei lehnten die Planung es ab. Also sollten die Bürger zu Wort kommen.

„Eine Mehrzweckhalle würde unser kulturelles Leben stärken und für ein lebendiges Dorfleben sorgen“, warb Bürgermeister Udo Steinacker (CDU) für das Projekt. Verdienen würde die Gemeinde daran nicht, betonte er, es gebe aber den gesellschaftlichen Gewinn. Der Neubau, etwa 300 Quadratmeter groß, müsste an ein öffentliches Gebäude angebunden werden. Hell, freundlich und gemütlich soll die Halle sein, vielleicht mit einer Bühne für Aufführungen. „Uns fehlt einfach ein großer Saal“, so Steinacker.

Erste grobe Kostenschätzung: 450  000 Euro. Außerdem Betriebskosten von rund 30  000 Euro im Jahr. Als mögliche Standorte sollen die Flächen am Sportheim, am Schwansener Hof und bei der Kirche geprüft werden.

Den Vorschlag von Altbürgermeister Dieter Prüß, den Schwansener Hof wieder zum Leben zu erwecken, wurde allerdings angesichts der Gebäudesubstanz als nicht realistisch angesehen. Seit Januar 2015 steht der Schwansener Hof von Eigentümer Karsten Heide leer. Die Versuche, einen neuen Pächter zu finden, schlugen bislang fehl. Günther Bothe warb dafür, dass Grundstück, das die Kirche zum Verkauf anbietet, näher zu betrachten. Der Kirchengemeinde würde das wichtige Einnahmen für die Sanierung der Marienkirche einbringen und auch die Gemeinde hätte letztlich gewonnen. Bürger Uwe-Jens Nonnsen fehlte es an einem konkreten Konzept und an der Vorstellung, was dort überhaupt passieren soll. „Wer wird die Halle nutzen? Was kostet der Bau die Bürger? „Wir sind noch ganz Anfang der Planung“, betonte Steinacker, für ein Konzept sei es noch zu früh.

„Unsere sieben Ja-Stimmen haben sie“, sagte Jonas Juhl, bevor der Schüler mit seinen Freunden etwas vorzeitig den Saal verließ. „Wir wollen bei Veranstaltungen nicht immer auf andere angewiesen sein“, sagte er. In einer Mehrzweckhalle der Gemeinde könnte man sein eigener Herr sein. Zum Beispiel bei der Ausrichtung eines Reiterballs.

Mahnende Worte fand Sabine Noth-Stocks. „Die hohen Bauauflagen, die Kosten für die Wartung, das alles muss bedacht werden“.

Gegen eine weitere Planung für dieses Projekt ist Lothar Schaldach von der SPD-Fraktion. Der stellvertretende Bürgermeister sieht im Dorf ganz andere Prioritäten, die angepackt werden müssten. Beispielsweise müsse die Breitbandversorgung in Angriff genommen werden, auch die Zukunft des Flarak-Geländes sei noch unklar.

Heinz Haller von der Wählergemeinschaft befürchtet durch eine Mehrzweckhalle eine Schwächung der örtlichen Gastronomie. Der Aufwand sei sehr hoch, vermutlich sei ein künftiger Betrieb auch mit Personalkosten verbunden, vermutete Haller. „Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis“.

Die Kosten allein könnten nicht das Argument sein, erwiderte Bruno Kruse (CDU). „Kindergarten, Feuerwehr und Sportheim sind alles Zuschussgeschäfte und trotzdem leistet sie sich die Gemeinde für ihre Bürger.“

Am Ende der Diskussion ließ Bürgermeister Steinacker die Bürger darüber abstimmen, der Gemeinde einen Prüfauftrag zu geben, die Kosten und Machbarkeit der möglichen Standorte zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen dann auf einer weiteren Einwohnerversammlung vorgestellt und diskutiert werden.

57 Hände zählte Amtsmitarbeiter Godber Peters bei der Abstimmung . Also eine große Mehrheit will das Thema Mehrzweckhalle noch nicht auf Eis lesen.

Auf der anschließenden Gemeinderatssitzung stimmten sieben der neun Gemeindevertreter dafür, die Planung weiterzuführen. Lothar Schaldach und Heinz Haller votierten dagegen. Karsten Heide und Gräfin Friedericke zu Lynar-Lassen enthielten sich.

 

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