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Jens-Peter Harwerth: Von Eckernförde in die weite Welt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 09.Feb.2015 | 11:25 Uhr

Bereits mit 15 Jahren hat es den Eckernförder Jens-Peter Harwerth (62) in die Ferne gezogen, genauer gesagt nach Kanada. Da man als junger Mensch noch nicht auswandern kann, blieb es einstweilen bei häufigen Besuchen in der Eckernförder Stadtbücherei. Ausgewandert ist Harwerth aber dann doch – zehn Jahre später nach seiner Lehre als Raumausstatter im elterlichen Betrieb. Zunächst für 25 Jahre nach Norwegen. Doch Kanada blieb im Kopf.

1984 besuchte er erstmals Verwandte in Vancouver in British Columbia. Noch blieb es bei einem sechswöchigen Besuch in der Pazifik-Metropole. Als der Arbeitgeber von Harwerths Frau Beatrix Kohlhaas mit seinem Reisebüro in finanzielle Schwierigkeiten geriet, beschlossen die Harwerths, ihr gerade bezogenes neues Haus bei Lillehammer zu verlassen und in Kanada neu anzufangen. Harwerth stellte den Lebenslauf seiner Frau ins Internet und suchte für sie eine Arbeit, ohne ihr Wissen. Schon 90 Minuten erreichte sie ein Anruf aus der kanadischen Provinz Alberta und noch am gleichen Abend hatte seine Frau ein Arbeitsangebot aus Kanada vorliegen. „Es hat mich erhebliche Überredungskunst gekostet, meine Frau von den Vorteilen eines Lebens in Nordamerika zu überzeugen, doch letztlich willigte sie in eine Kennenlern-Reise ein. So landeten wir Anfang September 2001 in Edmonton, Provinzhauptstadt Albertas“, schrieb der gebürtige Eckernförde. Dann wurde es konkret: Acht Monate später verkaufte das Ehepaar sein Haus in Norwegen und schickte ihr Hab und Gut auf dem Seeweg nach Kanada. Jens-Peter Harwerth und seine Frau flogen mit einem One-way-Ticket nach Calgary, wo sie an ihrem 15. Hochzeitstag den kanadischen Einwanderungsbeamten gegenübertraten. Harwerth: „Ein alter Traum war zur Realität geworden.“

Sechs Jahre lebten die Einwanderer nahe der Stadt Cold Lake an einem See. „Wir haben unseren Schritt nach Nordamerika nie bereut“, sagt Harwerth. Sie sind mit dem Wohnmobil kreuz und quer durch Nordamerika gereist (www.american-traveler.blogspot.de). 2009 kauften und renovierten sie ein 100 Jahre altes Haus auf der von Alberta 5000 Kilometer entfernten kleinen Insel New Brunswick an der Bay of Fundy und betreiben dort im Sommer ein Sightseeing-Unternehmen. Die Autofahrt von Alberta ins Inselparadies dauert sechs Tage. Zur Zeit leben und arbeiten die Harwerths in Edmonton, Alberta. Der 62-Jährige fährt dort seit 2014 einen Überlandbus – 375 Kilometer in die Wildnis des Nordens und wieder zurück in die City. „Das hatte ich mir schon immer gewünscht.“

Sein Kontakt nach Eckernförde ist lebendig wie am ersten Tag und dank moderner Medien wie Skype können die Harwerths täglich mit ihrer Familie – Vater Hasso und Bruder Ingo Harwerth – reden.

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