Obst-Ernte : „Jedes Jahr ist aufregend und spannend“

Selbstgepflückt in einer halben Stunde: Heinz Thomsen und Ursel Schlüter aus Osdorf lieben Himbeeren in Torten, Kuchen, Roter Grütze und zum Eis mit Sahne.
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Selbstgepflückt in einer halben Stunde: Heinz Thomsen und Ursel Schlüter aus Osdorf lieben Himbeeren in Torten, Kuchen, Roter Grütze und zum Eis mit Sahne.

Auf Gut Warleberg steht die Ernte der Blaubeeren bevor / Neuerdings gibts auch Äpfel im Freiland

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14. Juli 2014, 06:00 Uhr

Die letzten späten Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, schwarze und rote Johannisbeeren. Zwischen den Stauden und Sträuchern tummeln sich Ausflügler, die Beeren in ihre Körbe pflücken. „Das sehe ich am liebsten“, sagt Frederik Kerlen und lächelt. In diesen Tagen inspiziert der 37-jährige Diplom-Agrarwissenschaftler aus Tüttendorf gern die Obstplantagen unweit des Nord-Ostsee-Kanals in Neuwittenbek, die zum Gut Warleberg gehören. Er betreibt die Obstbau GbR gemeinsam mit Henrik Buchenau, dessen Familie den landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Obstbau, Ackerbau, Hähnchenmast und Forstwirtschaft bereits in der vierten Generation unterhält.

Auf mittlerweile 25 Hektar Fläche bauen sie Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Zwetschgen und neuerdings auch wieder Äpfel an. Alles im Freiland. Die Erdbeersaison ist fast vorbei. Jetzt sind die Himbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren dran. Von einer Rekordernte möchte Frederik Kerlen noch nicht sprechen. „Aber sie sind sehr reichlich“, sagt er. „So viele wie nie dagewesen.“ Die Bedingungen für die Himbeeren und Heidelbeeren seien optimal in diesem Jahr. Nicht zu kalt, sie haben ausreichend Feuchtigkeit und Nährstoffe. Im vergangenen Jahr hätten sie viele neue Triebe ausgebildet, die jetzt alle tragen. Bei den Himbeeren setzen sie nur noch auf die Sorte Glen Ample, die mit Ursprung in Schottland für die nördlichen Anbaugebiete geeignet ist. Sie werden im Frühjahr als so genannte 1,60 bis 1,80 Meter hohe Long Canes aus dem Topf in einen Damm gepflanzt. So stehen sie nicht im nassen Boden und tragen gleich im Sommer Früchte. Am Ende der Saison werden die alten Ruten herausgeschnitten und neue hochgezogen. Alles von Hand. Bei den Heidelbeeren setzen sie auf die Sorten Duke, Bluecrop und Reka, die ihren Ursprung in den USA und Neuseeland haben. Tannen-Schredder hält die Feuchtigkeit im Boden und sorgt für das für die Waldpflanze so wichtige, saure Milieu.

Für Süßkirschen war es in diesem Jahr wieder zu kalt und zu nass. „Wir sind hier oben im Norden einfach kein Obstanbaugebiet“, stellt Frederik Kerlen immer wieder fest. Sauerkirschen wird es geben. Den ersten Ertrag bei den Äpfeln erwartet er 2016. Im Winter und Frühjahr haben sie einen dreiviertel Hektar mit Apfelbäumchen der klassischen Sorten Delba, Holsteiner Cox und Elstar bepflanzt. „Jedes Jahr ist aufregend und spannend“, findet Frederik Kerlen. „Keines ist wie das andere. Wir sind sehr vom Wetter abhängig. Man muss sehr flexibel sein.“ Aber gerade das ist es auch, was ihm Freude macht. Sich auf die Natur einzulassen. „Und dann die eigene Ernte direkt zu vermarkten in der Region, das macht mir Spaß“, sagt er. Wegen des direkten Kontakts zu den Verbrauchern ist der Anspruch an die Qualität besonders hoch. Pflanzenschutzmittel kommen so wenig wie möglich zum Einsatz.

Morgens um Vier, halb Fünf fangen die derzeit 20 Saisonkräfte aus Polen an, für den Tag zu pflücken. Dann werden die Früchte in Schachteln und Kisten an die Verkaufsstände in Altenholz, Kiel, Gettorf, Eckernförde und Schleswig geliefert. „Besonders aber freuen wir uns, wenn die Leute kommen und selber pflücken“, betont Frederik Kerlen. „Das ist immer ein Erlebnis, gerade für die Kinder.“ Und im gutseigenen Obstcafé mit Blick auf den Kanal gibt es hausgemachten Kuchen mit frischen Früchten der Saison.


> www.warleberg.de









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