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Bundesweite Kampagne 100 pro reanimation : Jeder Laie kann Leben retten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein plötzlicher Herzstillstand kann zu jeder Zeit überall passieren – auch in einem Krankenhaus. In der Ostseeklinik Damp werden nicht-medizinische Mitarbeiter in der Rettung von Leben weitergebildet. Verwaltungsmitarbeiter machten den Anfang.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Ein Albtraum – ein Patient kommt zu einer Routineoperation in ein Krankenhaus, erleidet vor dem Tresen der Patientenaufnahme einen plötzlichen Herzstillstand. Er wird sofort bewusstlos und atmet nicht mehr normal oder gar nicht mehr. Die Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung stehen hilflos herum, wertvolle Minuten verstreichen, bis der Arzt eintrifft, der Patient stirbt. Genau das kann in der Ostsee-Klinik der Damp Holding AG der Helios-Kliniken zukünftig nicht mehr passieren. Im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung der deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und des Projekts „ein Leben retten – 100 Pro Reanimation“ ließen die Mitarbeiter des Empfangsbreiches sich jetzt schulen. Birgit Harmsen, Iris Gellert, Ilse Höfel, Doris Hansen und Stefanie Vergiehn lernten unter Anleitung der Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin, Caroline Piscol die wichtigsten Schritte der Reanimation.

„Jeder Laie kann Leben retten“, erklärt die Ärztin. Statistiken hätten gezeigt, „dass rund 25 Prozent der 50 000 Menschen, die jedes Jahr ein Herzstllstand erleiden, überleben könnten, wenn Laien mehr machen würden.“ Das bedeute, dass 4000 Menschen mehr jährlich gerettet werden könnten, so Piscol. Diese Zahl entspreche der Zahl der jährlichen Verkehrstoten in Deutschland.

Prüfen, Rufen, Drücken – das sind die drei Schritte, die Iris Höfel und ihre Kolleginnen beachten müssen. Zeigt der Patient Reaktionen? Ein Wangentest zeigt, ob der Patient noch atmet. Ist man in dieser Notlage allein, sollte als zweiter Schritt der Notruf 112 getätigt werden, um das schnelle Eintreffen der Hilfskräfte zu garantieren. Der dritte Schritt ist die Herzdruckmassage. „Primär geht es um eine Überbrückung , bis der Rettungsdienst kommt“, nimmt Caroline Piscol den Teilnehmerinnen die Angst. Erst die Mitte des Brustkorbes suchen, dann den Handballen einer Hand aufsetzen, alle Finger verschränken, die eigene Körperhaltung beachten, um genügend Kraft aufbringen zu können , um dann mindestens 100 bis 120 mal pro Minute mit einer Drucktiefe von fünf bis sechs Zentimeter auf das Brustbein zu drücken. „Ganz wichtig: Man drückt nicht auf das Herz, man drückt das Brustbein, so entsteht eine Saugpumpenwirkung für das Herz. So erhalten Sie die Organe am Leben“, erklärt die Ärztin.

600 nicht-medizinische Mitarbeiter auf dem gesamten Gelände in Sachen Reanimation zu schulen – das ist die Vision von Dr. Armin Frank, Chefarzt der Anästhesie in der Ostseeklinik, der das Projekt „100 Pro Reanimation“ nach Damp geholt hat. Denn: „Jeder, der mit Patienten in Berührung kommt, vom Fahrer bis zu den Reinigungskräften, sollte Lebeb retten können“, so Frank. Ein Anfang ist gemacht. Infos: www.100-pro-reanimation.de

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