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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 21:55 Uhr

Konzert : Jazzer mögen es auch mal besinnlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weihnachtskonzert der Eckernförder Stoker Jazzband in der Sehestedter Kirche

Sehestedt | Premiere: Zum ersten Mal spielte die Stoker Jazz Band aus Eckernförde ein Weihnachtskonzert in der Sehestedter Kirche. „Eintritt frei“ hieß es da für das langfristig vorbereitete Projekt. Schon im Februar 2014 fühlten sich die Stokers bereit, mit weihnachtlichen Klängen „einzuheizen“. Im Rahmen ihrer CD-Aufnahmen haben sie im Studio auch gleich sechs Nummern für eine Weihnachts-Kurz-CD eingespielt. Nun alles live unter dem Motto: „Leise rieselt der Schnee“. Trocken und kalt genug war es an diesem Abend, der Schnee wäre auch liegen geblieben. Es gab ihn zwar noch nicht, dafür reichlich Humor und eine lockere Vorbereitung auf die kommenden Wochen. Manfred Jöhnk (Posaune, auch Solo-Gesang), Jörg Ulrich als jüngstes Mitglied der Band, hauptsächlich am Schlagzeug, „nebenberuflich“ auch am Bass und singend, Wolfram Müller (Banjo, Gitarre, Solo-Gesang, launiger Moderator), der Tierarzt Dr. Ortwin Galle am „Holzgebläse“ mit Saxofon, Klarinette und Stimme sowie Joachim Fuhlbrügge in und mit seinem Sousaphon, auch singend: Hier erlebte man die Stoker Jazz Band auf neuen Wegen, korrekter: auf neuestem Stand. Die Stimmung passte vom Anfang bis zum Schluss. Die Stimmen nicht so ganz. Abseits von üblichen Jazzstandards wirkten die Chorgesänge und manche Solo-Gesangseinlagen noch wie in einer Rohfassung. Sie erreichten nicht das bekannte Niveau der Fünf.

Das Programm war international: Ein Mix von „Alle Jahre wieder..., Leise rieselt der Schnee, Herbei ihr Gläubigen, O du fröhliche...“ bis zur „White Christmas“ im „Winter Wonderland“ mit den besten Wünschen („We wish you a merry Christmas“) und „Jingle Bells“ bereiteten die Fünf locker auf das große Fest vor. Knappe anderthalb Stunden, in denen man die Welt draußen vergessen und sich gedanklich vom Alltag lösen konnte.

Wesentlich trugen dazu die einmaligen, satt durchdringenden und wohltuenden Bass-Töne von Fuhlbrügge und seinem Sousaphon bei. Auch der direkte Posaunen-Sound von Jöhnk und das spritzige Banjo Müllers, der sich einen Traum erfüllte: „Imagine“ von John Lennon. Raffiniert die rhythmische Begleitung des „Little Drummer Boy“: Eine Dauer- und Gleichmäßigkeitsübung für Jörg Ulrich mit Erinnerungen an den „Bolero“ von Maurice Ravel. Äußerlich ruhig wirkend, innerlich ein Vulkan, entpuppte sich Ortwin Galle an der Klarinette; noch mehr am Saxofon als Wegweiser in den Jazz. Wie auch Manfred Jöhnk mit seiner Posaune. Kurz: Ein frischer Klang, der erheblich jünger wirkte als es die Summe des Alters der Bandmitglieder erwarten ließ. Unverkennbar der Spaß am Spielen – wie auch des Publikums beim Zuhören. Das alles bei freiem Eintritt – dennoch nicht umsonst: Das Publikum dankte mit kräftigem Beifall und reichlichen Spenden in den Sammel-Hut . 


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