Mette Juul : Jazz mit großer Leidenschaft und hoher Professionalität

Ausnahmesängerin Mette Juul war erstmals in Eckernförde – hoffentlich nicht das letzte Mal. Fotos: Kühl
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Ausnahmesängerin Mette Juul war erstmals in Eckernförde – hoffentlich nicht das letzte Mal. Fotos: Kühl

Die dänische Jazz-Sängerin Mette Juul und Band haben dem Publikum im Mitbürgerhaus einen außergewöhnlichen Jazz-Abend beschert. Die Ausnahmesängerin und ihre vortreffliche Band spielten auf höchsten Niveau und aus einem Guss.

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18. März 2014, 06:53 Uhr

Eckernförde | Es ist ja nichts Neues, dass Dänemark und überhaupt Skandinavien ein guter Nährboden für richtig feinen Jazz ist. Und der Sydslesvigsk Forening hat schon des öfteren ein richtig gutes Händchen bei der Auswahl der Künstler gehabt. Doch der Auftritt von Jazz-Sängerin Mette Juul und ihrem Trio am Wochenende im Mitbürgerhaus wurde unversehens zu einem musikalischen Highlight, das man in dieser Qualität in Eckernförde nicht allzu oft geboten bekommt. Die zierliche junge Frau aus Kopenhagen entpuppt sich auf der – im Falle des Mitbürgerhauses nicht vorhandenen – Bühne als absoluter Profi mit erstaunlichen stimmlichen Fähigkeiten. Keine Tonlage ist ihr zu hoch oder zu tief, kein Ton zu laut oder zu leise, zu lang oder zu kurz. Mette Juul scheint nur aus Zwerchfell und Stimmbändern zu bestehen, ihr Körper ist reinster Rhythmus, ihre ausdrucksstarke Mimik ganz der unglaublich facettenreichen Stimme geschuldet. Man spürt die harte Arbeit, Selbstdisziplin und Körperspannung bei gleichzeitiger professioneller Lockerheit, die hinter diesem kleinen Stimmwunder steckt, und freut sich, ihr zuhören und zusehen zu dürfen, wenn sie Cole Porter, Kenny Wheeler, Joni Mitchell oder ihre eigenen Stücke mit ihrer tollen Stimme interpretiert. Virtuos, energisch, mit viel Gefühl und spürbarer Freude.

Entspannt lächelnd, bei geschlossenen Augen genießend und locker swingend begleitet Mette Juul ihre vortreffliche Band, wenn sie mal nicht das Mikro bearbeitet oder selbst in die Saiten ihrer Gitarre greift. Es stimmt einfach – musikalisch und zwischenmenschlich. Thomas Fonnesbech beackert seinen Bass mit der Intensität eines dänischen Herbststurms, Heine Hansen fliegt und kracht nur so über und auf die Tasten seines Klaviers und Janus Tempelton holt alles aus den Becken und Trommeln seines Schlagzeugs heraus. Zusammen ein großartiges Quartett mit einer herausragenden Sängerin, an deren Auftritt die rund 90 Besucher im ausverkauften Mitbürgerhaus der dänischen Minderheit noch lange zurückdenken werden. Sie werden die steile internationale Karriere der jungen Dänin weiter im Auge und im Ohr behalten.

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