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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 00:24 Uhr

Jazz : Jazz in seiner ganzen Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Konzert des Massoud Godemann Jazz-Trios in der Galerie 66. Hamburger Musiker bevorzugen frei schwingende Rhythmen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 06:46 Uhr

Eckernförde | Das Massoud Godemann Jazz-Trio kam am Freitag in die Galerie 66. Komponist, Moderator und Gitarrist Massoud Godemann, schwer erkältet, linkes Ohr noch taub und mit beigem Handtuch gegen heiße Hände, Hals und Nacken – er schlug sich tapfer. An seiner Seite Michael Pahlich an den Drums und Bassist Gerd Bauder sorgten dafür, dass der Abend gut über die niedrige Bühne ging.

Aus Hamburg kommen sie, die drei Jazzer, seit über zehn Jahren in der Szene, – und sie blicken stolz auf bisher drei CDs. Die letzte, noch ganz frische mit dem Titel „Hope“, bestückte das Programm mit mehreren Beiträgen live - stets mit Massoud Godemanns Hinweis versehen, sie sei für 15 Euro am Eingang zu haben.

Das erste Stück war der Liebe gewidmet, sie sei nun mal das Wichtigste auf der Welt. Ebenso die folgende Komposition „Ada“. Das sei der Name seiner Schwiegermutter, und er liebe sie sehr. Die Klänge dazu – fröhlich? Auf alle Fälle rhythmisch, und mit etwas Fantasie konnte man Ada vielleicht auch tanzen sehen. Es folgte ein „Follow your heart“, und es bot sich die Gelegenheit, die drei Musiker zu betrachten. Michael Pahlich, barfuß an den Drums, versteckte seine dreadlocks unter einer großen Mütze und lächelte verschmitzt. Sein musikalischer Part machte ihm sichtbar Freude. Gerd Bauder am Bass passte seine Mimik überwiegend dem Grundton seines Instrumentes an. Lebendig und wortreich dagegen Massoud Godemann, der gerne von Hamburg und der Schanze als gefährlichem Ort erzählte, von Erlebnissen und Erfahrungen, die Kompositionen zur Folge hatten. Einige davon waren während des Abends dann auch zu hören. Allerdings gab es zur allgemeinen Verwunderung zunächst schon mal eine Pause. Besucher, Getränke, Gespräche und bei dem sehr hellen Licht der Galerie „Blick frei“ auf alle gehängten und ( aus- ) gestellten Bilder.

Dieses helle Licht von oben mag gut für die Bildbetrachtung gewesen sein; der stimmigen Atmosphäre für einen Jazzabend war es nicht zuträglich. Wenn Galerist Falko Windhaus nach der Pause das Licht dann dimmte mit der Bemerkung, man habe die Bilder nun gut sehen können, dann war die folgende grau-diffuse Beleuchtung auch nicht der Hit. Ein paar gut ausgerichtete Spots auf die drei Jazzer hätten dem Gesamterlebnis sicher gut getan.

Im Titel „Zone“ hat Massoud Godemann die Gefahrenzone „herunter gebrochen“, in der er auf der Schanze lebt. „Wenn da Randale ist …“ Mit „Hope“, „Gone“ ,„Je t’aime“ und „Katharsis“ war ebenfalls Erlebtes und Erdachtes umgesetzt – in frei schwingenden Rhythmen, in angedeuteten Melodien, in bassiger Begleitung. Klangmalerei? Jazz ähnelt hier einem vielfarbig komponierten Bild in der Freiheit des Ungegenständlichen.


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