Jazz auf der Apfelwiese

Jazz auf der Pastorenwiese gab es von (v.l.): Martin Thiessen, Christian Müller, Stefan Maus und Heiko Henrich.
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Jazz auf der Pastorenwiese gab es von (v.l.): Martin Thiessen, Christian Müller, Stefan Maus und Heiko Henrich.

Kirchenmusiker Heiko Henrich jazzt mit Hamburger Musikern unter freiem Himmel

shz.de von
22. Mai 2018, 06:04 Uhr

Eckernförde | Wiesenjazz am frühen, sonnigen Pfingstabend auf der Pastorenwiese am Ende des Borbyer Pastorengangs – da pilgerten viele hin. Man wusste wohl aus den vergangenen sechs Jahren, was einen da Schönes erwartete: Musik im Freien, Holztische und -bänke auf der leicht abschüssigen Wiese, Bratwurst und Getränke und vor allem – richtig guter Jazz. Kirchenmusiker Heiko Henrich, selbst begeisterter Jazzer am Klavier, hatte drei Hamburger Profis nach Eckernförde geholt: Bassist Christian Müller, Martin Thiessen am Schlagzeug und vor allem Stefan Maus mit Alt- und Sopransaxophon sorgten für ein großartiges Jazz-Erlebnis.

Organisator Heiko Henrich eröffnete die feine, kleine Jazzsession unter freiem Himmel mit „Have you met Miss Jones?“ Seine Stimme ließ aufhorchen. War da an manchen Stellen ein wenig Louis Armstrong unterwegs? Jedenfalls bedurfte es keines weiteren Beweises: „Jazz ist meine Leidenschaft“, hatte er schon vor Beginn wissen lassen. Die Haare hingen ihm wild in die Stirn, und er schien beim Singen und Spielen ganz weit weg zu sein – im Land des Swing und Traditional-Jazz.

Welche Überraschung dann für alle Gäste, dass Heiko Henrich auch vier Mädchen aus dem Jugendchor der Borbyer Kirche mit seiner Begeisterung hatte anstecken können. Als „Soul Teens“ zeigten Johanna Bartz (17), Ida Tode (16), Emma Schneider (17) und Vanessa Richter (20), was an Kraft, Stimme, jugendlichem Charme und Selbstbewusstsein in ihnen steckt. „I wish I could be a bird in the sky“ schmetterten sie aus vollen Herzen, und die Vögel ringsum in den Bäumen spendierten eine stimmungsvolle Begleitung. In der Solopräsentation ernteten die jungen Jazz-Newcomer noch besonderen Applaus. Ob Emma „Shout Sister Shout“ brachte, oder Vanessa „Honey suckle“ intonierte, herzlicher Beifall war ihnen gewiss. Ida mit der besonders guten Stimme und vorzüglichen Interpretationsgabe sang „Fly me to the Moon“ – sehr gut. Bei „Somewhere over the Rainbow“ wurde es dann vielen vermutlich warm ums Herz. Das war auch nötig, denn die frische Abendtemperatur zog einem mit späterer Stunde doch empfindlich ins Gebein. Da half auch kein kaltes Bier, eher schon begeisterter Applaus. Den gab es nicht nur reichlich für die Sängerinnen, sondern naheliegend ebenfalls für die Soli der Instrumentalprofis. Absolute Spitze: Stefan Maus mit seiner Kunst, Saxophone zu schönsten Klängen zu verführen.


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