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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 16:18 Uhr

Silvester im Wald : Jahreswechsel unter Bäumen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Silvesterlager der Waldjugend in den Landesforsten / Heute Abend wieder Rummelpottlaufen

Um 8 Uhr heißt es: Aufstehen. Denn es wartet viel Arbeit auf die 15 Teilnehmer, die aus ganz Schleswig-Holstein, von Glücksburg bis Lüneburg, angereist sind, um beim Silvesterlager der Waldjugend im Hüttener Forst dabei zu sein. Knapp zehn Raummeter Feuerholz müssen während des Lagers, das am Sonntagabend begonnen hat und am Sonnabend endet, geschlagen und eingelagert werden. Denn die Anlage wird mit Holz geheizt. Deswegen geht es nach dem Frühstück gleich an die Arbeit, um das Tageslicht möglichst lange auszunutzen.

Das zweite Frühstück fällt kurz aus. Und das hat einen Grund: „Wenn man sich länger als fünf Minuten hinsetzt, kühlt man aus“, sagt Jacob Schumacher. Auch wenn man es nicht merke, schwitze man beim Holzhacken. Schließlich sei es harte körperliche Arbeit. Wer denkt, dass die jungen Frauen und Männer froh sind, nicht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt arbeiten zu müssen, der irrt: Etwas kühlere Temperaturen wären schon besser, da ihnen beim Holzhacken dann nicht so schnell warm werden würde und die Schubkarren sich nicht im weichen Boden festfahren würden, sagt Schumacher. „Wir sind keine Fans des Klimawandels.“

Bis es dunkel wird, wird gearbeitet. Auch im Archiv, in dem auch die Bibliothek und das Büro untergebracht sind, und auf dem Archivboden wurden bereits Bestimmungsbücher, Aufsätze zu verschiedenen Themen sowie Zeitschriften von der Waldjugend und andere Dinge sortiert. „Wir haben jetzt Platz, um kreativ zu sein“, so Schumacher.

Jeden Abend gibt es eine warme Mahlzeit. Grünkohl mit Kartoffeln gab es schon, genauso wie vegetarische Nudeln mit roter Soße. Die Aufgabenverteilung ist einfach, sagt Schumacher. „Wir sind alle recht verantwortungsbewusst und sehen, wenn es Aufgaben gibt. Was zu tun gibt es immer.“

Er habe sich als Hüttener Gruppenleiter früher auch immer darauf verlassen, dass genügend Holz im Schuppen liege, erinnert er sich. Nun wolle er mit seiner Mitarbeit beim Silvesterlager etwas zurückgeben, so Schumacher. Außerdem sei das Lager für ihn schon eine kleine persönliche Tradition. Hier würde er Freunde treffen, so der 25-Jährige. „Das gemeinsame Hobby schweißt zusammen.“

Auch Harald Beyer genießt die Gesellschaft mit den anderen Lagerteilnehmern. „Ich finde es schön, die Gruppenleiter zu unterstützen“, sagt er. „Außerdem ist hier nicht nur Arbeit.“ Und: „Die Waldjugend schult, dass man füreinander da ist und mitanpackt.“

Geschlafen wird nachts auf Plastikmatratzen. „Darauf schläft man besser, als man denkt. Die Profis haben Laken mitgebracht“, berichtet Jacob Schumacher. Einige schlafen in Schlafsäcken, andere haben Decke und Kopfkissen mitgebracht. Schumacher hatte eine Decke im Gepäck. „Ich habe gedacht: Den Luxus gönne ich mir.“

Es wird aber nicht nur gearbeitet und geschlafen beim Silvesterlager: Nach der Arbeit haben die Teilnehmer Freizeit. Dann wird gelesen, zusammengesessen, am Sonntag wurde der „Tatort“ im Internet geschaut. Außerdem wird gemeinsam gesungen. So auch heute Abend: Die Gruppe macht sich auf zum Rummelpottlaufen durch Hütten und Ascheffel. Traditionelle norddeutsche und bündische Lieder werden sie dann mit Gitarrenbegleitung den Menschen vortragen und so das Jahr ausklingen lassen.

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