zur Navigation springen

Jaguar-Restaurierung im Sabbatjahr und ein Franklin mit Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Einen Auftakt nach Maß erlebten die 13. Eckernförde Classics am Freitagnachmittag am Hafen. Mehrere Dutzend Oldtimer standen aufgereiht zwischen Eishaus und Hafenspitze. Wem die technischen Daten auf den Windschutzscheiben nicht reichte, sprach die Besitzer direkt an, und die freuten sich über das große Interesse.

Mittendrin der Jaguar E-Typ von Hanne und Hartmut „Hardy“ Sequenz aus Goosefeld, Baujahr 1963. Der frühere Lehrer an der Gorch-Fock-Schule und spätere Leiter der Schule Nobiskrug in Rendsburg hat den legendären englischen Sportwagen 1990 günstig kaufen können und 2002 in seinem Sabbatjahr „bis zur letzten Schraube“ auseinander genommen und wieder zusammengebaut. Seitdem schnurrt der Sechszylinder wie ein Kätzchen. Der Karosserie mit den unvergleichlichen Kurven verpasste der Goosefelder einen neuen Lack in Opalescent Silver Grey. Im Originalzustand war der Jaguar mit roter Lederausstattung einmal schwarz. „Die Form hat mich immer gereizt“, sagt Hardy Sequenz, der noch weitere Oldtimer in der Garage hat, unter anderem einen Porsche Targa, Baujahr 1975, und einen Heinkel-Roller, der ebenfalls bei den Classics gefahren wird.

Pia Schweda (20) aus Husum war begeistert von dem britischen Edelflitzer, der es auf 240 Stundenkilometer bringt. „Hammergeil“ sei der Sportwagen. Ihr Großvater Peter Schweda (75) war ebenfalls fasziniert. „Reinsetzen würde noch gehen, aber rauskommen wird schwierig“, sagt der Eckernförder.

Schräg gegenüber erklärt Maja Scholz aus Kiel den vielen Besuchern, was an ihrem Franklin Baujahr 1922 alles so besonders ist. Maja Scholz könnte sicher stundenlang referieren, wenn sie wollte, vieles erklärt sich aber auch von selbst, wenn man die Karosserie mit Eschenholzrahmen, den Innenraum und den Motor aufmerksam betrachtet. Angetrieben wird der Franklin von einem Flugzeugmotor, dessen Typ schon 1927 Charles Lindbergh als ersten Menschen über den Atlantik gebracht hat. Und der Ururgroßvater von Maja Scholz war ein Intimus von Prinz Heinrich von Preußen, der dem Bruder von Kaiser Wilhelm sämtliche Kutschen, Kaleschen und Automobile aufgearbeitet hat. 1880 hat Gustav-Bernhard in Kiel die Lackier- und Karosseriebaufirma Scholz gegründet, die die Maler- und Lackierermeisterin und Meisterin des Karosserie- und Fahrzeugbaus, Maja Scholz, heute in fünfter Generation führt. Prinz Heinrich machte den Firmengründer einst zum Königlichen Hoflackiermeister. Eine Ehre, die verpflichtet, auch heute noch. Als Helmut und Edelgard Gründel aus Gettorf den weißen Franklin erblicken, erzählen sie seiner Besitzerin eine rührende Geschichte. Es handelt sich nämlich um den Hochzeitswagen ihres Sohnes, den am 19. Juni 1998 der inzwischen verstorbene Bernhard Scholz, Vater von Maja, fuhr.

Begegnungen, die es so nur bei den Classics gibt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Jul.2017 | 00:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen