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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 14:18 Uhr

Ja zu humanistischen Werten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jugendweihe des Humanistischen Verbands Deutschland für 350 junge Menschen in fröhlicher Stimmung

Eckernförde | Vor einiger Zeit wurden wir eingeladen zu einer Jugendweihefeier. Bei Jugendweihe denkt man unwillkürlich an die frühere DDR. Dort war sie, wie man wusste, eine gesellschaftliche Einrichtung. Die Jugendlichen wurden nach achtjährigem Schulbesuch festlich in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen und mussten sich in einem Gelöbnis zu ihrem Staat bekennen. Es war ein Instrument zur Erziehung der Jugend im Sinne der SED-Ideologie. Wer nicht an der Jugendweihe teilnahm, musste mit Benachteiligungen rechnen bei der weiteren Ausbildung.

Inzwischen haben wir erfahren, dass die Jugendweihe keine Erfindung der DDR war. Die erste Jugendweihe fand 1859 statt. Sie wurde von freireligiösen Vereinigungen entwickelt für schulentlassene Kinder und hatte als außerkirchliche Feier Ersatzcharakter für die Konfirmation. Sie blieb jedoch durch die Jahrzehnte eher eine Randerscheinung. Wenn wir davon ausgehen, dass heute noch etwa 60 Prozent der Deutschen einer christlichen Religion angehören, in den neuen Bundesländern etwa 20 Prozent‚ kann man sich vorstellen, dass es Jugendliche der Konfessionslosen gibt, die sich eine Feier wünschen, ähnlich wie sie die christlichen Religionen bieten, vielleicht nicht zuletzt auch wegen der Geschenke.

Nach der Wiedervereinigung werden Jugendweihen wieder angeboten, die sich jedoch von denen in der DDR stark abgrenzen. Der größte Teil der Jugendweihen finden heute in den neuen Bundesländern statt. In unserem Fall war der Veranstalter der Humanistische Verband Deutschland, dessen Veranstaltungen sich „Jugendfeier - die humanistische Jugendweihe“ nennen. Es genügt eine Anmeldung. Die Teilnahme an Vorbereitungstreffen ist erwünscht, aber nicht Bedingung.

Die zweistündige Feier bot für die jungen Menschen – in diesem Fall 350 –, wirklich ein ansprechendes, vielseitiges und auch lehrreiches Programm. Eine Theatergruppe und festliche Reden thematisierten die Erfahrungen und Probleme beim Übergang in das Erwachsenenalter. Mit der Entscheidung an der Jugendweihe teilzunehmen, hätten die jungen Leute ein Zeichen gesetzt, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollen. Es wurde die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Teilnehmer die humanistischen Werte wie Toleranz, Solidarität und Gemeinsinn auch in Zukunft immer leben können. Eine kleine Band begleitete das Programm mit flotter Musik. Für Unterhaltung sorgten eine Breakdancegruppe sowie ein Ballett. Jedes Mädchen und jeder Junge wurden den Gästen persönlich vorgestellt. Sie erhielten eine Rose und ein Buch mit dem Titel „Lebenswege - Gerader Kreuzungen, Umwege“, eine Zusammenstellung von Prosa und Gedichten von verschiedenen, auch klassischen Autoren. Die Feier fand bei den Jugendlichen und Erwachsenen gleicherweise eine sehr gute Resonanz und es gab am Ende begeisterten Beifall.

Die Jugendweihe finanziert sich wie folgt: Gebühr für die Teilnahme des Kindes (85 Euro einschließlich Vorbereitungsprogramm und Geschenke), und die Eintrittskarten für die Festveranstaltung (17 Euro für Erwachsene).


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erstellt am 25.Nov.2015 | 00:33 Uhr

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