Nachfolger gesucht : „Irgendwann ist mal Schluss“

Die Preise für die Teilnehmer sind immer zu einem Thema – hier Garten – und mit viel Liebe zum Detail ausgewählt und dekoriert.
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Die Preise für die Teilnehmer sind immer zu einem Thema – hier Garten – und mit viel Liebe zum Detail ausgewählt und dekoriert.

Nach 20 Jahren richten Marianne und Christian Onnasch Bridge-Turnier des ABC zum letzten Mal aus / Nachfolger und jüngere Mitspieler gesucht

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19. November 2013, 06:35 Uhr

Wenn Mitglieder und Gäste des Altenholzer Bridge Clubs (ABC) am 27. November zum traditionellen Weihnachtsturnier ins Gemeindezentrum kommen, dann werden sie wie immer um möglichst viele Stiche wetteifern. Dennoch wird das Turnier als besonderes in die Geschichte des Vereins eingehen: Nach 20 Jahren geben Christian und Marianne Onnasch die Organisation ab.

Die Dekoration der Tische ist wie die Auswahl der Preise für die rund 50 Teilnehmer wohl durchdacht und spricht für viel Liebe zum Detail. Das kennzeichnet die Weihnachts- wie auch die Sommerturniere, die stets mit einem Essen und einer Schiffstour verbunden werden und ein ausgefeiltes Beiprogramm für die nicht Bridge spielenden Partner der Mitglieder bieten. In diesem Jahr führte sie auf den Ratzeburger See, im vergangenen Jahr nach Kappeln und Schleimünde. Die Aktivitäten, das Essen – alles haben Marianne und Christian Onnasch vorab getestet. Der Aufwand hat sich gelohnt. „Den Mitgliedern hat es immer gefallen“, berichtet Onnasch. „Aber irgendwann ist mal Schluss“, meint der 75-Jährige.

Bei einem Madeira-Urlaub mit Freunden Anfang der 90er Jahre erlernte er das Bridgespiel, seine Frau hatte schon einige Zeit zuvor bei Monika Ulrich, die 1998 maßgeblich an der Gründung des ABC beteiligt war, Unterricht genommen und war einer privaten Gruppe beigetreten. Anfangs wanderten die Treffen ins Eivind-Berggrav-Zentrum, wo auch die Turniere zu Weihnachten ausgetragen wurden. Begleitet wurde es in jedem Jahr von einem Buffett, zu dem die einzelnen Spieler etwas beisteuerten. „Das war immer traumhaft“, schwärmt Onnasch, denn jeder sei bemüht gewesen, sein Bestes zu geben. Neben dem kulinarischen gab es noch einen kulturellen Beitrag. Mit der Zeit sei es jedoch immer schwieriger geworden, Künstler für kleines Geld zu engagieren, erzählt Onnasch. Und so zeigte er erstmals im Dezember 2000 einen seiner selbst gemachten Filme. Die Begeisterung darüber war so groß, dass ein Film bis heute das kulturelle i-Tüpfelchen eines jeden Weihnachtsturniers ist.

Mit der Gründung des ABC fanden die Bridge Spieler im Gemeindezentrum ein Zuhause. Seither werden an jedem Mittwoch um 18 Uhr die Tische im Saal 3 mit grünen Decken und französischen Karten belegt. „Das ist kein Kaffeeklatsch“, sagt Onnasch. „Man konzentriert sich, damit man weiß, wo die 52 Karten sind.“ So könne man auch mit dem miserabelsten Blatt noch Erster werden. Zwischendurch aber bleibe Zeit für Gespräche und hin und wieder einen Scherz, verrät der Altenholzer. „Das Ganze soll ja Spaß machen. Das vernügliche Zusammenspiel mit netten Menschen steht an erster Stelle.“ Ärgern tue sich niemand. Onnasch: „Wenn wir gewinnen, freuen wir uns. Wenn wir verlieren, lachen wir.“ Er uns seine Frau würden sie wie ihre Mitspieler weitere Teilnehmer der wöchentlichen Treffen wünschen. „Die Zahl der Mitglieder schrumpft, uns fehlen die jungen Leute“, merkt Marianne Onnasch (72) an. Die Jüngsten in ihrer Runde sind Mitte 40. Auch wenn ein regelmäßiges Spielen das Gedächtnis trainiere und den Erfolg steigere, sei es keine Verpflichtung, jeden Mittwoch zu spielen. „Und man kann auch einfach nur mal gucken und bei uns reinschnuppern“, sagt Christian Onnasch. „Und dann stellt man fest, dass das alles ganz nette Leute sind.“

> Wer nun Interesse hat, den ABC kennen zu lernen, schaut mittwochs um 18 Uhr im Gemeindezentrum vorbei. Wer das Spiel bereits beherrscht und beim Turnier antreten möchte, meldet sich bis zum 23. November bei Christian Onnasch, Tel. 0431/32 18 54, oder Dela Ehlers, Tel. 0431/66 94 57 03.

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