Breitbandausbau : Internet-Versorgung abgesichert

Der Breitbandnetzausbau im Amt Schlei-Ostsee geht unvermindert weiter.
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Der Breitbandnetzausbau im Amt Schlei-Ostsee geht unvermindert weiter.

Hartmut Keinberger wiedergewählt als Vorsitzender des Breitbandzweckverbands. Leerrohre unter der Schlei und durch Eckernförde.

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11. Juli 2018, 06:34 Uhr

Eckernförde | Der Breitbandzweckverband (BZV) der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und Kappeln hat mit dem Beschluss zum Bau eines Dükers unter der Schlei einen Brückenschlag nach Angeln beschlossen. Zugleich wurde bei der nichtöffentlichen Beschlussfassung des Verbandes in der Amtsverwaltung auch ein Vertrag der Stadtwerke Schleswig als Erbauer und Betreiber des Breitbandnetzes für den BZV mit den Stadtwerken Eckernförde und dem BZV zum Bau von Leerrohren durch Eckernförde unterzeichnet.

Mit den zwei Verträgen haben der BZV und die Stadtwerke Schleswig für eine Verbesserung der Versorgungssicherheit der künftigen schnellen Internetdienstleistungen gesorgt. So werden die Stadtwerke Schleswig einen Leerrohrdüker unter der Schlei hindurch bauen und so einen Ringschluss zwischen den beiden Seiten der Schlei erstellen, wie Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Stadtwerke Schleswig, informierte. Die Redundanzsicherstellung des Systems ist Teil des Vertrages des BZV und der Stadtwerke und erfolgt in Absprache mit dem Breitbandzweckverband Angeln, der ebenfalls von der Vernetzung profitiert. Die Arbeiten mit einem Kostenvolumen von rund 180 000 Euro Brutto werden im Sommer nördlich der Kappelner Schleibrücke beginnen. Der BZV erhält 75 Prozent der Nettokosten (151 000 Euro) als Zuschuss vom Land, wie Johannes Lüneberg vom Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein mitteilte. Das Leerrohr geht in den Besitz des BZV über.

In einem zweiten Vertrag wird im südöstlichen Amtsgebiet eine weitere Lücke geschlossen. So bauen die Stadtwerke Eckernförde im Auftrag des Stadtwerke Schleswig ein Leerrohr durch Eckernförde, an dessen Bau sich die Schleswiger beteiligen. Das Leerrohr werden die Stadtwerke Eckernförde ab Kreisverkehr Windebyer Weg, über den Wulfsteert, den Domstag bis hinunter zur WTD (Berliner Straße) bauen, um von dort aus Altenhof zu erreichen. Das Leerrohr geht in den Besitz des BZV über, der es an die Schleswiger Stadtwerke verpachtet und diese wiederum unterverpachtet an die Eckernförder Stadtwerke. Deren Geschäftsführer Dietmar Steffens kündigte an: „Die Eckernförder werden auch etwas von der Erschließung haben.“ So sind verschiedene Abzweiger vorgesehen und die Stadtwerke werden bei den Tiefbauarbeiten zugleich Strom-, Wasser- und Gasleitungen legen oder erneuern.

Im Mittelpunkt der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl stand die Wahl des Verbandsvorstehers. In geheimer Wahl setzte sich Amtsinhaber Hartmut Keinberger (Kosel) gegen Dieter Olma (Brodersby) durch. Zur ersten Stellvertreterin wurde einstimmig Marta Kraft (Kappeln), zum zweiten Vertreter Fritz Blaas (Barkelsby) gewählt.

Der BZV konnte bisher 900 Kunden an das 200 Mbit-Netz in Up- und Download anschließen. Rund 3000 weitere Verträge wurden geschlossen, der Ausbau läuft unvermindert weiter, berichtete Schoofs aus der Praxis. In diesem Jahr wird das Glasfasernetz in Barkelsby, Damp, Dörphof, Loose und Waabs verlegt. In Damp ist davon nur das Ostseebad ausgenommen, dort wurde die Mindestanschlussquote von 60 Prozent der Haushalte nicht erreicht. Die Vermarktung in Holzdorf, Thumby und Winnemark beginnt im August. 2019 sind der Ausbau in Kappeln und Rieseby vorgesehen. Schoofs sieht die Stadtwerke gut aufgestellt und sprach von einer verstärkten Zusammenarbeit mit benachbarten Stadtwerken, um eine hohe Versorgungssicherheit und Vernetzung für das schnelle Internet zu erreichen.

Eine Herausforderung bleibt die genaue Erfassung und Definition der fünf Prozent Haushalte, die nicht erreicht wurden. Sie in einem zweiten Durchgang anzuschließen, wird vom Land in fünf Jahren mit 50 Millionen Euro bezuschusst, so Lüneberg. Für den BZV wird mit Kosten von rund 8 Millionen Euro Anschlusskosten gerechnet. Je nach Betreibermodell sind Förderungen von bis zu 75 Prozent möglich. Aus Lünebergs Sicht sei für den BZV eine Bezuschussung denkbar. Anträge können 2019 gestellt werden.

Das Geschäftsjahr 2017 schloss der BZV mit einem Fehlbetrag von 29 350 Euro ab, wie Kappelns Kämmerin Ute Sohrt die Mitglieder informierte. Hintergrund ist, dass der Verband im Vorjahr noch keine Verpachtungseinnahmen des Netzes erwirtschaften konnte.

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