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Breitbandausbau : Internet für alle statt Insellösungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Amtsdirektor Schlei-Ostsee holt alle Gemeinden an einen Tisch – Ziel: Wie wird das Internet schneller und für alle Haushalte zugänglich?

von
erstellt am 14.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Barkeslby | Wie ein Flickenteppich stellt sich derzeit die Versorgung der Bürger mit schnellem Internet in den 19 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee dar. „Es sind Insellösungen“, bestätigt Amtsdirektor Gunnar Bock. In nahe zu jeder Gemeinde gibt es eine unterschiedliche Internetversorgung, mal über Kabelfernsehen, mal über Kupfertelefonleitungen, mal über Funk (Richt- oder LTE) oder sogar auch schon mit Glasfaser bis ins Haus (Fiber to the Home, FttH).

„Die Zeit ist gekommen, um noch einmal mit allen Gemeinden über die Internet-Zukunft zu sprechen“ sagt Bock und hat zum 4. Juni alle Bürgermeister und je ein weiteren Vertreter aus den Gemeinden eingeladen, um gemeinsam mit dem Leiter des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein, Richard Krause, und einem Vertreter vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (für Fördermittel) das Thema anzufassen. Als Gründe nennt Bock: EU, Bund und Land wollen das schnelle Internet flächendeckend ausbauen – der Bund spricht von bis zu 50 Megabite bis 2018 je Haushalt. Verbunden damit sei eine Förderung des Ausbaus, die so vermutet der Amtsdirektor, wie jetzt bei 75 Prozent der Baukosten liegen könnte. Und das Thema komme immer wieder in den Gemeinden hoch, zuletzt in Winnemark, wo die Gemeindevertretung Informationen vom Breitband-Kompetenzzentrum wünschten, um sich über die aktuellen Möglichkeiten für die Breitbandversorgung zu informieren. Zugleich sei eine neue EU-Breitbandrichtlinie in Arbeit.

Wohin die Reise gehen soll, ist offen, wenngleich Bock die Arbeit des Breitbandzweckverbands der Ämter Hüttener Berge, Dänischer Wohld und Dänischenhagen (wir berichteten) als erfolgreich bezeichnete. Dort wurden in 28 Gemeinden 186 Kilometer Leerrohre verlegt und 180 Kabelverzweiger errichtet, um nun 96 Prozent der Haushalte anzuschließen.

Im Amt Schlei-Ostsee ergab 2009 eine Befragung der 19 Gemeinden, dass sich zwölf für ein Breitbandkonzept interessierten. In den Gemeinden wurden darauf hin gemeindespezifische Konzeptdaten erhoben. Problematisch war aber, dass eben sieben Gemeinden nicht mitmachten, eine flächendeckende Überbauung mit Kabelverzweigern, wie jetzt beim Breitbandzweckverband fertiggestellt, nicht möglich war. Seinerzeit sei mit Kosten von rund 4,5 Millione Euro für den Ausbau der Kabelverzweiger gerechnet worden, so Bock.

In der Folge wurden darauf hin gemeindespezifische Ausschreibungen für lokale Lösungen getätigt. Dabei gab lediglich die Telekom Angebote für Kosel und den Ortsteil Kochendorf von Windeby ab, so Bock. Und so ging es weiter. Teile von Gemeinden wurden versorgt. So gab es eine LTE-Versorgung für Fleckeby, Ascheffel/Hummelfeld, Rieseby und Barkelsby sowie für Altenhof, Gammelby, Güby, Waabs und Schönhagen. Die LTE-Technik werde allerdings eher als Brückentechnologie genutzt, da ihre Datenkapazität begrenzt sei. Je mehr Nutzer gleichzeitig ins Netz gehen, desto geringer die Übertragungsrate, die beim Kunden ankommt, so Bock.

Neue Wege ging man in Hummelfeld, das an einen Kabelverzweiger (KVZ) in Hütten (Mitglied im genannten Breitbandzweckverband) angeschlossen wurde. Bis zum KVZ liegt modernes Glasfaserkabel, ab dem Verzweiger werden die Haushalte derzeit noch über Kupferkabel angeschlossen. Je weiter weg von der Übergabestelle, desto geringer ist die Übertragungsleistung, so Bock. Der Ortsteil Esprehm von Güby ist an einen KVZ des Amtes Haddeby angeschlossen. Mit der neuesten Technik sind Teile von Goosefeld versorgt. Dort waren bei der Verlegung von Fernwärmeleitungen auch Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt worden. Dort gebe es jetzt FttH. In Waabs wird zusätzlich noch Internet über Richtfunk angeboten. „An allen Ecken gibt es begrenzte Lösungen“, so Bock.

Ganz neu sind derzeit die Arbeiten für die Verlegung von Glasfaserkabeln in Barkelsby. Dort lässt die Telekom seit etwa vier Wochen die Firma Hoth zunächst Leerrohre verlegen, in die später Glasfaserleitungen eingeblasen werden, wie Ingo Buse von der Firma berichtete. Sie werden vermutlich in 14 Tagen fertig sein. Dann wird schnelles Internet (VDSL mit Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s und 100 MBit/s via Vectoring) bis zu einem KVZ im Bereich der Multifunktionshalle liegen. Haushalte können sich dann vermutlich ab November über ihre Kupferkabel anschließen lassen, heißt es von der Telekom-Pressestelle.

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