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Neue Stipendiaten : Internationales Flair im Künstlerhaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vier neue Stipendiaten gastieren im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus Otte. Ein gemeinsames Sommerfest ist am 18. Juli geplant.

Eckernförde | Einmal Literatur und dreimal Bildende Kunst: Die neuen Stipendien sind vergeben und damit zieht internationales Flair in das Künstlerhaus Otte 1. Jutta Johannsen, 1. Vorsitzende des Fördervereins, und Kurator Norbert Weber begrüßten gestern Nachmittag die Künstler in den hellen Ateliers der Ottestraße, wo sie fortan ihrem künstlerischen Schaffen nachgehen können.

Eine Jury hatte unter 340 Bewerbern die in Großbritannien und Irland lebende Yishay Garbasz (Bildende Kunst), die deutsche Sabine Raml (Literatur) und die Rumänen Bogdan-Tonut Armanu und Silvia Amancei (Bildende Kunst) ausgewählt. In beeindruckender Weise stellten die Stipendiaten ihre bisherigen Werke vor.

Im Fokus der Jury stand bei ihrer Entscheidung die künstlerisch, politische Aufarbeitung in Zeiten der Krise. Nachdenkliche und sehr kritische Betrachtungen dazu spiegeln sich in den Fotografie- und Video-Projekten von Yishay Garbasz wider. Die Künstlerin besuchte mit ihrer Großbildkamera Orte, die vergessen oder aufgegeben wurden: Israel fernab der touristischen Spots oder Fukushima, das aus ihrem besonderen Blickwinkel betrachtet die Menschen in ihren Bann zieht.

Bogdan-Tonut Armanu und Silvia Amancei haben einen besonderen Kalender für 2015 herausgegeben: Entscheidende Weltkrisen und Ereignisse zeigen die Fotografien im Hintergrund mit Datum unterlegt, während die gegenwärtige Zeit, als Modell in Person von Armanu, dezent im Blickwinkel liegt. Voller Tatendrang ist die Autorin Sabine Raml. Gerade ist ihr erstes Buch „Heldentage“ erschienen, da nimmt sie schon die nächsten Werke in Angriff. So berichtet sie von einem Traum über ein Kinderbuch und hat das gesamte Konzept dafür in einer Nacht erarbeitet: „Das macht die gute frische Luft und die tolle Umgebung, gerne würde ich hier länger bleiben“, sagt Sabine Raml über Eckernförde.

Fördervereinsvorsitzende Jutta Johannsen unterstreicht in diesem Zusammenhang den Sinn der Stipendien: „Genau dies ist der Sinn – in Ruhe arbeiten, neue schöpferische Kräfte sammeln, einmal aus dem Alltag herauskommen und einen neuen Blickwinkel finden. Das fördert die Kreativität und Schaffenskraft.“

Für Ausstellungen – mit Blick auf den sehr hohen technischen Aufwand, den etwa Yishay Garbasz benötigen würde – fehlen dem Künstlerhaus die Zeit und die nötigen Mittel. Für Sabine Raml gibt es schon Anfragen für Lesungen im Haus. Termine werden noch erarbeitet. Eine gemeinsam Verabredung haben die neuen Stipendiaten auch schon: Am 18. Juli findet ab 18 Uhr das Sommerfest im Künstlerhaus statt.


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