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Amtsköste : Integration in Ausbildung und Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

24. Amtsköste im Arsenal zeigte: Handwerk engagiert sich für junge Flüchtlinge / Sprachkenntnisse müssen gefördert werden

„Grundvoraussetzung für erfolgreiche Handwerksbetriebe sind motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte. Die duale Ausbildung ist dabei unser Werkzeug. Und nicht nur das, sie ist ein echtes Erfolgsmodell, um das uns andere Nationen in Europa und der Welt beneiden“, sagte Kreishandwerksmeister Thomas Wriedt auf der 24. Amtsköste der Kreishandwerkerschaft Rendsburg-Eckernförde vor rund 90 Gästen. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie die Obermeister der Innungen waren am Freitagabend zur Amtsköste in das Kulturzentrum „Hohes Arsenal“ in Rendsburg gekommen. „Dat gifft Eten und Drinken satt, und denn wöllt wi wedder een utsnacken“, hatte Wriedt auf seiner Einladung angekündigt.

In seiner Rede betonte der Kreishandwerksmeister, dass es bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt Probleme gebe. „Anders als lange Zeit behauptet wurde, kommen nunmal nicht hochqualifizierte Facharbeiter zu uns. Der Bildungsstand vieler Flüchtlinge ist möglicherweise noch niedriger als bisher vermutet.“

Die Mehrheit der jungen Flüchtlinge würde vorerst an einer drei Jahre langen Vollausbildung mit hohem Theorieanteil scheitern, sagte Wriedt. Die Kreishandwerkerschaft würde gern zusammen mit anderen Bildungsträgern die Grundbildung der jugendlichen Flüchtlinge übernehmen. Solche Aufgaben seien jedoch nicht kostenlos zu haben. Aus diesem Grund sei es zwingend notwendig, für die Grundbildung in den überbetrieblichen Bildungsstätten ausreichend Mittel, und zwar unbürokratisch, zur Verfügung zu stellen.

Auch der Festredner des Abends, Thorsten Freiberg, Präsident von „Handwerk Schleswig-Holstein“ und Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, forderte eine schnelle und konsequente Integration der Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit. Das Handwerk müsse entsprechende Praktikums- und Ausbildungsplätze bereitstellen. Allerdings gebe es viele Hürden, räumte Freiberg ein und benannte „fehlende Sprachkenntnisse, nur selten vorhandene oder für unseren Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse und Qualifikationen sowie die Unkenntnis über unser Bildungs- und Ausbildungssystem“. Gerade das Handwerk biete viele Möglichkeiten zur Integration in Arbeit und Ausbildung. Aber der einzelne Betrieb dürfe dabei nicht alleine gelassen werden. Insgesamt sei eine große Bereitschaft im Handwerk zu spüren, sich beim Thema Integration in Arbeit und Ausbildung zu engagieren. Aber ohne ausreichende Sprachkenntnisse würden alle Bemühungen scheitern. Hier sei die Politik gefordert, noch mehr Angebote zu schaffen, machte Freiberg deutlich.

Nach deftigem Rübenmus und einem Obermeisterschnaps nutzten die Gäste die Amtsköste zu vielen anregenden Gesprächen.

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