Musikalische förderung : Instrumente hautnah erleben

Die Toms und die Becken von  Oberbootsmann Alexander Birkholz haben es Tristan (7) angetan.
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Die Toms und die Becken von Oberbootsmann Alexander Birkholz haben es Tristan (7) angetan.

Das landesweite IsiS-Projekt macht Station in der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal. Schüler der zweiten bis vierten Klasse an den Standorten in Neuwittenbek und in Schinkel erleben Musiker des Marinemusikkorps und ihre unterschiedlichen Instrumente.

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23. November 2013, 06:13 Uhr

Die Turnhalle als Probenraum für Schlagzeug, Saxofon, Fagott oder Trompete. Die Hände von mehr als 20 Kindern schnellten spontan in die Höhe, als der stellvertretende Kapellmeister Andreas Siry nach über eine Stunde die Frage stellte, wer sich jetzt vorstellen könne, ein Musikinstrument zu lernen. Der Oberleutnant zur See war gestern Vormittag mit 13 Mitgliedern des Marinemusikkorps Ostsee zu Gast in der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal. Der Neuwittenbeker Standort ist die vierte Schule, die an dem IsiS-Musikprojekt teilnimmt. Schulleiterin Ulrike Knabe freute sich sehr, dass das Marinemusikkorps unter Leitung des Kapellmeisters, Fregattenkapitän Friedrich Szepansky, sowohl den Standort Neuwittenbek als auch den Standort Schinkel der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal besuchte, um den insgesamt 95 Zweit- bis Viertklässlern die Instrumente hautnah zum Anfassen und Ausprobieren zu präsentieren.

Das IsiS-Projekt hat zum Ziel, Kinder bereits im Grundschulalter für das Instrumentalspiel zu begeistern, ihnen kostengünstig Instrumente zu leihen und sie gegen eine geringe Gebühr zu unterrichten. Die Initiative stammt von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky. Der gebürtige Süddeutsche hatte festgestellt, dass der Musikunterricht in Schleswig-Holstein, insbesondere die Instrumentenkunde, teilweise aus Kostengründen gar nicht stattfindet. Um den Instrumentalunterricht besonders an den Grundschulen zu stärken, haben sich 2012 das Marinemusikkorps, die Musikhochschule Lübeck, der Landesmusikrat und der Verband der Musikschulen in Schleswig-Holstein das Projekt Isis ins Leben gerufen.

Unterstützt von einer Violinistin und einer Violoncellistin der Kieler Philharmonie, ließen die Musiker ihre Instrumente erklingen, bevor die Kinder sich selbst an den Instrumenten versuchen durften. „Du musst nur ein Pupsgeräusch erzeugen“, verriet Johannes Dams. Der 27-jährige Posaunist erklärte Patrick (9) sein Instrument, in das er kräftig hineinblasen musste. Benjamin (9) probierte sich am Fagott, wusste aber sofort, dass er das Waldhorn lieber mag.

Ein Vorteil des Projekts: Die Kinder lernen in vertrauter Umgebung und in Kleingruppen, gegen eine Gebühr von maximal 30 Euro pro Monat. Den Unterricht übernehmen ausgebildete Instrumentalpädagogen. Dass das Isis-Projekt in die richtige Richtung geht, zeigen die Anmeldezahlen. „124 Kinder erlernen bereits im zweiten Jahr ein Instrument“, zieht Kapellmeister Szepansky eine positive Bilanz. Wenn sich nur 20 Kinder der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal anmelden, sei es schon ein erfolgreicher Vormittag gewesen, so der Kapellmeister.

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