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NEUE STIPENDIATEN IN OTTE 1 : Inspiration und Kreativität: Malen und Schreiben im Künstlerhaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus Otte 1 leben und arbeiten seit April drei neue Stipendiaten. Für den 26. Mai ist eine öffentliche Lesung geplant.

Ein Autor und zwei Maler – die Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses Otte 1, Jutta Johannsen, und Vorstandsmitglied Norbert Weber begrüßten neue Stipendiaten in der Ottestraße. Für vier Monate lebt und arbeitet Maxim Brandt im Künstlerhaus. Der 29-jährige Ukrainer, der auf der Halbinsel Krim geboren wurde, mit seiner Familie im Alter von drei Jahren nach Deutschland ging und im vergangenen Jahr seinen Abschluss auf der Muthesiussschule gemacht hat, steht auf der Shortlist für die Vergabe des Muthesiuspreises 2016. Maxim Brandt hat sich der freien Kunst verschrieben. Seine Motive findet er in Collagen, die er aus unterschiedlichen Fotografien zusammensetzt und die er malerisch teils surreal und dadaistisch verfremdet auf die Leinwand bannt. Dabei spielt die Natur eine große Rolle. Der Ölfarbe gibt er gegenüber Acryl den Vorzug. „Ölfarbe hat etwas sehr Altes für mich und hat viel Energie“, so der Künstler, der seit 2015 in Berlin lebt.

Der Schriftsteller Jens Eisel ist nicht allein für zwei Monate ins Künstlerhaus eingezogen. Begleitet wird der 36-jährige gebürtige Saarländer von seinem Hund Smutje, einer schwarzen Jack-Russell-Terrier-Mischung, mit der er auch viel in Eckernförde unterwegs ist. Im Künstlerhaus möchte Eisel das Manuskript seines ersten Romans mit dem Arbeitstitel „Bevor es hell wird“ fertigstellen. Von seinem ersten Aufenthaltsstipendium ist der Autor, der seit 16 Jahren in Hamburg lebt, begeistert. „Ich kann hier unheimlich gut schreiben und mache nichts anderes als zu arbeiten, zu essen und zu schlafen.“ Der realistische Roman erzählt die Geschichte zweier Brüder Mitte 20 – mehr möchte Eisel nicht verraten. Nur soviel: Zwei oder drei Kapitel sollen auch an der Ostsee spielen. Am Donnerstag, 26. Mai, stellt der Hamburger sein bisheriges Werk in einer öffentlichen Lesung im Künstlerhaus vor (Beginn 19.30 Uhr). Veröffentlicht hat Eisel, für den das Schreiben „schwere Arbeit“ darstellt, bereits einen Erzählband „Hafenlichter“, der im Piper Verlag erschienen ist.

Mit 44 Jahren ist Henrik Hold der Senior im Künstlerhaus. Der gebürtige Böblinger ist für drei Monate zu Gast im Ostseebad. Aufgewachsen in Erlangen war für den Schüler Hold bereits früh klar, „dass ich Kunst studiere“, so Hold, der 2001 sein Diplom an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg erwarb. Durch sein Schaffensprozess zieht sich wie ein roter Faden die Suche nach Raum-Licht-Motiven, denen er sich mit verschiedenen Medien (Zeichnungen, Fotografien, Malerei in Öl) nähert und die er häufig in seinem unmittelbaren Umfeld, wie in der eigenen Wohnung, findet. Im Künstlerhaus ist es der Blick aus seinem Atelier in den Hinterhof, der verwitterte Garten und die teils leicht bröckelnden Fassaden der umgebenden Häuser, die ihn faszinieren. „Ich bin auf der Suche nach Lichtflecken“, so Hold, „und versuche aus einem flüchtigen einen langen Moment zu machen, um hinter die Wirklichkeit zu kommen, wo es ganz still wird.“

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