Insel überlebt – aber nur auf Papier

„Rettet Kieholm?“ – mit dieser Broschüre beendet der Verein KISK und der letzte Vereinsvorsitzende Karl Walther seine Bemühungen um den Erhalt der kleinen Schleiinsel Kieholm (Foto Hintergrund).
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„Rettet Kieholm?“ – mit dieser Broschüre beendet der Verein KISK und der letzte Vereinsvorsitzende Karl Walther seine Bemühungen um den Erhalt der kleinen Schleiinsel Kieholm (Foto Hintergrund).

Ehemaliger Verein KISK stellt 44-Seiten Dokumentation über Schlei-Insel Kieholm vor

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07. Juni 2018, 16:14 Uhr

Steigender Wasserstand in der Schlei und verstärkte Strömungen nagen an der Insel Kieholm zwischen Kosel und Ulsnis. Doch selbst wenn die nur rund 3660 Quadratmeter große Insel schon untergegangen ist, dann wird sie bestimmt nicht vergessen. Davon gehen Karl Walther und die Mitglieder des inzwischen in Auflösung befindlichen Vereins KISK (Kleine Insel in der Schlei Kieholm) aus. Sie erstellten eine 44-seitige DIN-A4 Broschüre „Rettet Kieholm“, in der sie ihr gesamtes Wissen zu der Insel zusammenfassen. „Wir schaffen damit eine Faktensammlung für die Zukunft“, sagt Walther.

In mehreren Kapiteln nehmen sie den Leser mit auf eine Reise aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart. So gehörte die Erhebung in der Schlei zu der ehemaligen Gruppe der Lindholm-Inseln, die allerdings bereits verschwunden sind. Anhand von historischen und aktuellen Aufnahmen, Darstellungen und Vermessungen wird die Entwicklung der auch als Liebesinsel bekannten Insel vorgestellt. Dabei verschaffen Zeitzeugenberichte ein gutes Bild der Veränderung und auch der verschiedenen Nutzungen des Eilands. Nach Ansicht des KISK-Vereins begann die dramatische Verkleinerung der Insel von rund 10 000 Quadratmetern 1873 (preußische Landvermessung) auf 3662 Quadratmeter Fläche (2017) unter anderem mit dem Bau der Brückenquerung von Lindaunis schleiabwärts. Über verschiedene Bauwerke (1881 und 1927) wurde der Durchlass für das Schleiwasser enger, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit anstieg, so die Vermutung von Walther. Höhere Strömung bedeutet mehr Erosion.

In der Broschüre wird außerdem über die Eigentümer wie auch über Sagen, über Veranstaltungen und öffentliche Beiträge über die Insel und ihre Geschichte informiert. Großen Raum nimmt ein Gutachten ein, das der Verein erstellen ließ und darin auch Ideen vorstellte, wie das Eiland möglichst in ihrer Form zu erhalten ist.

Die Broschüre mit einer Erstauflage von 250 Exemplaren wird unter anderem beim Schleidörfer Tag am Sonntag, 8. Juli, an einem Infostand des Vereins Schleiinformations- und- Erlebniszentrum“ (SIEZ) angeboten. Es wird eine Schutzgebühr von 12 Euro erhoben. Erhältlich ist das Heft auch bei Karl Walther (Tel. 04355/ 18 16 97), beim SIEZ, bei Anke Nissen auf dem Campingplatz Missunde und beim Bäcker in Kosel.

Der Druck der Broschüre wurde nach Beschluss der letzten Versammlung des alten KISK-Vereins aus Restmitteln finanziert. Erlöse aus dem Verkauf werden in die so genannte „Kleine Schleiforschung“ investiert. Damit möchte der Verein SIEZ Kindergärten und Schulen für die Schlei begeistern, erklärt Walther. Sie bieten Gruppenführungen, Erlebnistouren und Experimente an und wollen dies weiter ausbauen.

KISK war 2009 gegründet worden, um die Insel Kieholm zu erhalten. Versuche des Vereins, das Eiland zu erwerben, scheiterten (wir berichteten).

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