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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 11:30 Uhr

Initiative: Paten für die Tafel gesucht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Familienzentrum im Saxtorfer Weg ruft die Initiative Tafelpaten ins Leben / Patenschaften für Bedarfsgemeinschaften können übernommen werden

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 06:34 Uhr

Eckernförde | Die Schlange reichte bis zur Straße. Viele Menschen tummelten sich gestern Morgen vor der Eckernförder Tafel im Saxtorfer Weg. Geduldig warteten sie, bis die ehrenamtlichen Tafel-Helfer Lebensmittel und Hygieneartikel an sie austeilten. 350 Bedarfsgemeinschaften zählt die Tafel zurzeit. Zu den bedürftigen Bürgern der Stadt kommen angesichts der aktuellen Situation auch viele Flüchtlinge. Waren es 2014 noch 40 Asylbewerber, so zählt Tafel-Chef Reinhard Schmidt aktuell zwischen 80 und 100 Asylbewerber. „Weil wir inzwischen viele Asylbewerber versorgen, stellen wir eine Verschiebung fest“, sagt Schmidt und meint damit, dass bedürftige Eckernförder fernbleiben, weil immer mehr Flüchtlinge das Tafel-Angebot wahrnehmen. „Manche Tafeln sprechen schon von einem Verdrängungswettbewerb.“

In Schleswig-Holstein haben bereits einige Tafeln – darunter die Tafel in Neumünster – einen Aufnahmestopp verhängt. Das aber ist nicht der Kurs der Eckernförder Tafel. Dort versucht man, allen Bedürftigen gerecht zu werden, indem – je nach Angebot – geringere Rationen ausgeteilt werden. Im Großen und Ganzen könne sich die Tafel zwar nicht beklagen, so Schmidt, „es gibt aber immer mal Engpässe, weil wir uns sinusförmig durch den Lebensmittelmarkt bewegen.“ Soll heißen: Es gibt mal mehr, mal weniger. „Wichtig ist es, eine konstante Versorgung zu gewährleisten“, so Schmidt. Um aus der „sinusförmigen“ Bewegung herauszukommen, bestehe die Notwendigkeit einer gewissen Kontinuität.

Kontinuität versprechen nun die Tafelpaten des Familienzentrums Saxtorfer Weg. Auf Initiative von Rainer Kluß, Vorsitzender des Familienzentrums, und Heide-Marie Bauer wollen sie der Eckernförder Tafel unter die Arme greifen, damit Bedürftige auch in Zukunft im gewohnten Umfang versorgt werden können. „Es geht uns dabei nicht nur darum, die Flüchtlinge zu versorgen, sondern auch die Stimmung zu entschärfen“, erklärt Heide-Marie Bauer. Ihr Sorge ist, dass sich eine Konkurrenz zwischen der bisherigen Kundschaft und den Neuankömmlingen entwickeln könnte.

Bei einem Treffen gestern Vormittag loteten die ersten zehn Tafelpaten aus, wie ihr Engagement genau aussehen könnte. Ihre Idee: Engagierte Bürger übernehmen die Patenschaft für eine Bedarfsgemeinschaft der Tafel und spenden ein Jahr lang monatlich 40 Euro. „Natürlich ist auch jede andere Summe willkommen“, so Rainer Kluß. So sei etwa auch die Patenschaft einer halben Bedarfsgemeinschaft mit 20 Euro denkbar.

Als Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafeln ist die Eckernförder Tafel laut Satzung nicht befugt, Lebensmittel einzukaufen. Mit Geldspenden dürfen nur Ausgabe wie Benzinkosten oder die Unterhaltung der Räumlichkeiten bestritten werden. Deshalb werden die Tafelpaten jeden Monat, Lebensmittel einkaufen und der Tafel zur Verfügung stellen. Dabei kann das Team von Reinhard Schmidt im Vorfeld einen Einkaufszettel mit jenen Gütern, die benötigt werden, erstellen und die Paten besorgen sie auf eigene Rechnung. „Das Ziel ist es, ein Mehr zu gestalten und eine gewisse Lebensmittelvielfalt zu gewährleisten“, erklärt Kluß. Viele der Flüchtlinge stammten aus dem arabischen Raum und hätten andere Ernährungsgewohnheiten, die im Angebot berücksichtigt werden müssten.

„Diese Hilfe gibt uns eine gewisse Planungssicherheit“, sagt Tafel-Chef Reinhard Schmidt über das Hilfsangebot. „Wir freuen uns über die Unterstützung.“

 

>Wer Tafel-Pate werden möchte, kann sich an dass Familienzentrum im Saxtorfer Weg, Tel. 04351/46  84  52  7, E-Mail mail@familienzentrum-eckernfoerde, oder an Jürgen Bauer, 04351/35  40, E-Mail huj.bauer@web.de, richten. Auch kann ein Dauerauftrag eingerichtet werden: IBAN: DE50.2105.0170.1002.2955.97, Stichwort: „Tafelpate“ (bitte mit Adresse für die Spendenbescheinigung).


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