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Inhaber von Textilgeschäften fürchten C&A

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das hat den Sprecher des Bürger-Forums Dr. Reinhard Jentzsch überrascht: Wilfried Wagner hatte sich im Hauptausschuss der Stadt als Vorsitzender des Wirtschaftskreises Eckernförde (WKE) positiv über das neue Geschäftshaus in der Kieler Straße 54 (ehemals Hotel Stadt Hamburg / Kino) und den Zuzug der Bekleidungskette C&A geäußert. Dabei berief er sich auch auf Meinungen von Vorstandskollegen wie dem Textil- und Modeunternehmer Malte Behrendt, der die Ansiedlung des Konkurrenzbetriebes C&A laut Wagner als „Bereicherung für die Innenstadt und Frequenzbringer“ begrüßte. Auch H&M wäre zu begrüßen.

Reinhard Jentzsch konnte sich nach eigenen Angaben nicht vorstellen, dass auch andere, insbesondere Textilgeschäfte, diese Meinung teilen. Im Auftrag des Bürger-Forums hat er eine Befragung gestartet, an der sich 15 inhabergeführte Bekleidungsgeschäfte in der Innenstadt beteiligt haben, größtenteils nicht Mitglieder im Wirtschaftskreis. Ergebnis: Zwölf von ihnen freuen sich nicht auf das Kommen von Bekleidungsketten oder Textildiscountern, zwei Drittel rechnen mit Umsatzeinbußen und glauben, dass diese Ketten den inhabergeführten Geschäften langfristig schaden. Elf von ihnen befürchten einen Attraktivitätsverlust für die Innenstadt.

13 der 15 Befragten gefällt das Gebäude in der Kieler Straße 54 nicht. Alle sind der Meinung, dass das Gebäude nicht in die Innenstadt passt und wünschen sich eine Gestaltungssatzung. 13 glauben, dass die städtische Bebauung Einfluss auf das Kaufverhalten ihrer Kundschaft hat.

„Die, die es als Betroffene wirklich wissen müssen, nämlich die Inhaber der Bekleidungsgeschäfte, widersprechen Herrn Wagner energisch“, sagt Reinhard Jentzsch. Er schätze das Engagement von Herrn Wagner für die im Wirtschaftskreis vertretenen Geschäftsleute. Viele andere Geschäftsinhaber jedoch würden „kopfschüttelnd das Spektakel um das Kommen diverser Ketten und der damit verbundenen trivialen Architektur“ beobachten.

Wilfried Wagner erklärte, dass sich seine Aussage auf die Wirtschaft in der ganzen Innenstadt bezog und nicht nur auf die Textilgeschäfte. „Dass einige der Bekleidungsgeschäfte nicht glücklich darüber sind, ist klar.“ C&A locke aber viele Kunden an, die auch in anderen Geschäften einkaufen. „Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“, sagt Wagner. „Und die Innenstadt ist so vielfältig wie ein gut gemischter Obstkorb.“

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erstellt am 26.Okt.2013 | 00:32 Uhr

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