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Plattdeutsch : Ines Barber vertellt „Wenn Kinner Flünken kreegen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit Geschichten aus dem Alltag, unterhaltsam und spritzig op Platt, unterhielt Ines Barber die Besucher in der Hüttener Schnackstuv. Über 80 Gäste ließ sie teilhaben an skurrilen Gedanken, die sie mit einer guten Portion Herzenswärme vorstellte.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Hütten | Ines Barber entdeckte 1999 ihre Liebe für die Plattdeutsche Sprache und ist unter anderem bekannt durch die Hörfunksendungen „Hör mal n’beten to“ oder „Zwischen Binnenland und Waterkant“. Die Autorin fesselte am Freitagabend rund 85 Zuhörer in der Hüttener Schnackstuuv. Hausherr Arne Schnack begrüßte die zahlreichen Besucher in dem ehemaligen Melkstall des umgebauten Gebäudes. Spritzig, witzig, und temperamentvoll wickelte die Platt-Vertellerin das Publikum in ihre Geschichten ein.

Der Alltag, wie ihn jeder kennt, mit den bestimmten Momenten die mal komisch und mal ernst zu sehen sind, ließ Ines Barber bildhaft vor die Augen ziehen. Das Thema der Lesung „Nieges Speel, nieges Glück“ war gut gewählt, wie ändert sich die Zeit wenn die Kinder „Flünken“, Flügel kriegen und das Haus verlassen. Loslassen ist das große Wort, „Kannst dat all dörch speelen vörn weg, avers liekers: Man ik bün ni so taff“ gibt Barber zu. Charmant und voller Selbstironie zeigt sie die Veränderungen in ihrem Leben auf. Der Ausweg, einen Ausgleich suchen, wenn Mama nicht mehr so gefragt ist, klar, die tollste Tante zu sein, eine Möglichkeit, wenn da nicht die Mutprobe auf dem Jahrmarkt im Kraken-Karussell wäre „Weet’s ni ob dien Magen baven or ünner is.“ Da blieb kein Auge trocken, in rasantem Tempo findet sich das Publikum in vielen Lebenssituationen wieder.

Sabine Weber aus Eckernförde ist begeistert: „Ich kenne Ines Barber schon lange, sie ist wie sie ist. Ihre Lesung ist toll.“ In der Pause zeigt die Autorin keine Berührungsängste und hält gerne Klönschnack. Marlene Tenter-Jacobsen aus Fleckeby und Anne Biedermann aus Götheby sind das erste Mal bei einer Barber-Lesung: „Einfach köstlich, sie erzählt so aus dem Leben, wir kennen ihre Bücher und sind begeistert.“

Ines Barber beweist auch im zweiten Teil, dass sie eine glänzende Beobachterin im Alltag ist. Sie beschreibt Szenen die jedem bekannt vorkommen. Skurrile Gedanken vermischen sich mit der richtigen Portion Herzenswärme, aber auch für tiefsinnige Geschichten ist Platz.

Das Lachen, das Nicken im Publikum, das Grinsen in den Gesichtern der Zuhörer und der immer wieder um Zugaben bittende Applaus zeigten, das Barber den richtigen Platt-Mix gefunden hat.

Zu hören ist der erste Teil der Live-Aufzeichnung aus der Lesung bei NDR 1 Welle Nord heute zwischen 21 und 22 Uhr.


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